CD-Rezension / Review / Kritik

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nick cave and the bad seeds live from kcrw

Nick Cave & The Bad Seeds
„Live From KCRW
(Bad Seed Ltd./Rough Trade)
Es waren milde Klänge, die Nick Cave & The Bad Seeds Anfang 2013 auf ihrem Longplayer „Push The Sky Away“ anschlugen. Die Aggressionen, all die innere Wut, die noch in Cave brodelte, hatten sich die Australier mit Grinderman und dem letzten Bad Seeds-Album „Dig, Lazarus, Dig!!!“ von der Garage Rock-Seele gespielt und waren dabei so laut und rotzig, dass sich „Push Away The Sky“ auf seinen Samtpfoten fast vorbeigeschlichen hätte. Cave zeigte plötzlich seine sanfte Seite, das Yin zum knurrenden Grinderman-Yang. Warme Melodien, ein streichergetragener Minimalismus und fesselnde Lieder auf songwriterische Essenz reduziert. Für den renommierten amerikanischen Radiosender spielten Nick Cave & The Bad Seeds im verkleinerten Line-Up eine Auswahl der neuen Songs, ergänzt um einige Klassiker, ein, darunter „The Mercy Seat“, „Stranger Than Kindness“ und „And No More Shall We Part“. Passend zum aktuellen Longplayer haben Cave und seine Band die Stücke neu arrangiert, ihnen den Rock-Gestus genommen und ihre Energie in sanft groovende Bahnen gelenkt. So findet besonders „The Mercy Seat“ mit Pianofundament zu neuer Größe. Wie aus einem Guss fügen sie sich so zwischen die neuen Songs wie „Higgs Boson Blues“, „Wide Lovely Eyes“ oder „Mermaids“. Leider ist „Live At KCRW“ ein viel zu kurzes Livealbum, dafür eins voller intimer, meditativer Momente. Die sachten Töne stehen Nick Cave extrem gut zu Gesicht.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer 12/2013.


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