CD-Rezension / Review / Kritik

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Celldweller Offworld CD Cover

Celldweller „Offworld”

(Fixt/H’Art)
Der New Yorker Musiker Klayton alias Celldweller entführt den Hörer mit dieser neuen Scheibe in eine Klangwelt, die vor einigen Jahren wohl niemand von ihm erwartet hätte: eine Welt der ruhigen, balladesken, zumeist von Rhythmusinstrumenten befreiten Stücke voll der akustischen Gitarren, der anschwellenden Layer, der umgarnenden Harmoniegesänge. „Echoes“ könnte mit seinen Chorus/Flanger-Gitarrengespinsten und seinen langgezogenen, psychedelischen Vokallinien von einer Pink-Floyd-besessenen Band stammen; „How Little I Must Know“ klingt wie die 1991er MTV-Ballade einer gestandenen Heavy-Kapelle, Marke „Under The Bridge“, inklusive kalkulierter Intimität; „Into The Fall“ umarmt den Hörer mit seinen lieblichen Vocals nicht minder; das allein aus der Leadstimme bestehende „Mother’s Arms“ bewegt sich auf einem sehr schmalen Grat zur (gewollten?) Peinlichkeit; die Gesangssätze in „Last Night On Earth“ erinnern sogar an die Beatles oder Beach Boys – nicht jedoch die Lyrics und die sich in moderate Düsternis steigernde Arrangementumgebung. Denn allenthalben geht es auf dieser Veröffentlichung der schmachtenden, kommerziell ausgerichteten Gesänge um ein Hauptthema: die Vision, diese Welt zu verlassen. Ob in einem Raumschiff oder durch den Freitod – dies allein scheint noch nicht festzustehen.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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