CD-Rezension / Review / Kritik

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Caligulas Horse In Contact CD Cover

Caligula’s Horse „In Contact“

(Inside Out Music/Sony)
Auch mit ihrem jüngsten Album liefern die Australier kunstvolle Musik mit spielerischem Feinschliff, die man je nach Blickwinkel als vergleichsweise eingängigen Prog-Rock mit Metal-Einlagen oder als dezent vertrackte Alternative-Produktion mit Riff-Exkursionen betrachten kann. „Love Conquers All“ oder das von akustischem Gitarrenzupfen begleitete „Capulet“ wildern sogar schamlos im balladesken Pop. Auf Ecken und Kanten oder Brüche, die den Hörer unverhofft aus einer Stimmung herausreißen, wartet man hier vergeblich. Die sind ohnehin nicht unbedingt das Ding von Caligula’s Horse. Das kann man wohltuend songorientiert finden, aber eben auch ein bisschen vorhersehbar und unspektakulär. Auf der Langstrecke, etwa im abschließenden Albumhöhepunkt, dem 15-minütigen „Graves“, tobt sich die Band aus Brisbane dann naturgemäß stärker aus. Auch hier bleibt die klare Linie aber jederzeit erkennbar. Alles in allem trabt Caligulas Pferd auf „In Contact“ ein weiteres Mal auf jener Strecke voran, die noch die Hufspuren des letzten Ausritts zeigt. Große Überraschungen bleiben aus. Enttäuschungen aber eben auch. Wenn man das Stillstand nennen will, so ist es wohl weniger Stagnation, sondern eher das Verharren auf hohem Niveau, um durchzuatmen und sich gegebenenfalls neu zu orientieren. Wir werden sehen.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 10/2017.
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Sunday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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