CD-Rezension / Review / Kritik

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A Projection Framework CD Cover

A Projection „Framework“

(Tapete/Indigo)
Alles im Rahmen bei A Projection – obwohl die personelle Fluktuation bei den Schweden in letzter Zeit enorm war. Bassist Charles Karjalainen ist inzwischen genauso nicht mehr dabei wie Gitarrist Amos Pagin, der immerhin erst nach den Aufnahmen zum Nachfolger des Debüts „Exit“ seinen Hut nahm. Wie das nächste Album der Schweden klingt, muss sich also erst noch zeigen, „Framework“ hingegen ist genauso über jeden Zweifel erhaben wie der Erstling. Und wer dachte, die Joy Division-Quote könnte bei A Projection nicht mehr höher werden, sieht sich früh getäuscht: Schon im zweiten Stück „Dark City“ glimmen die Keyboards ähnlich intensiv wie bei „Love Will Tear Us Apart“ oder „Isolation“, „Sensible Ends“ bekommt den gleichen Tribal-Drum-Kick verpasst wie einst „Atrocity Exhibition“. Nein, ihre Einflüsse können die Stockholmer mitnichten verbergen, erst recht nicht, wenn sich später ein wohliger New Order-Bass dazugesellt. Doch warum sollten sie auch? Hits bringt dieses behutsam modernisierte Post-Punk-Update nämlich genügend hervor – allen voran die aufgekratzt groovende Auskopplung „Transition“ und „Scattered“, das mit akzentuierten Indie-Pop-Gitarren am ehesten an die 2014er Debütsingle „Young Days“ erinnert. „I’m Not Here“ verkündet Sänger Isak Eriksson an anderer Stelle, doch der Hörer weiß es nach „Framework“ besser: Mit solchen Songs werden uns A Projection noch lange erhalten bleiben.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2017.
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