CD-Rezension / Review / Kritik

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Cameron Avery Ripe Dreams Pipe Dreams CD Cover

Cameron Avery „Ripe Dreams, Pipe Dreams”

(Anti/Indigo)
Cameron Avery aus dem australischen Perth kennt man vornehmlich von Tame Impala und Pond, den Psych-Pop-Bands seiner Kumpels Kevin Parker und Nick Allbrook. Seit er nun unter eigenem Namen musiziert und in die USA umgezogen ist, zeigt sich jedoch eine musikalische Veränderung, denn Avery will im Grunde nur auf den Arm. Am besten auf den einer holden Weiblichkeit. Und davon erzählen die Songs von „Ripe Dreams, Pipe Dreams“ in epischer Breite – mit schluchzenden Geigen, klassisch ausladenden Vaudeville-Arrangements und schmachtenden Vocals, dank denen er hier ein ums andere Mal an Stuart A. Staples, Scott Walker und andere – zuweilen emotional umnachtete – große Crooner gemahnt. „Do You Know Me By Heart“ oder die Hymne an das „Big Town Girl“ sind Herzreißer vor dem Herrn, „Dance With Me“ erinnert nicht nur im Titel an Leonard Cohens „Take This Waltz“ – lediglich „Watch Me Take It Away“ zeigt den Australier mit dicken Handclaps und einer rauen Swamp-Blues-Gitarre in aggressiverer Stimmung, sodass man ihn fast mit seinem irrlichternden Landsmann Kirin J Callinan verwechseln könnte. Doch schließt dieses Album mit dem beschwörenden Liebeslied „C’est Toi“, weiß man: Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn Averys Träume nicht bald in Erfüllung gehen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2017.
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