CD-Rezension / Review / Kritik

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Marc Almond And Soft Cell Hits And Pieces The Best Of CD Cover

Marc Almond And Soft Cell „Hits And Pieces – The Best Of“

(Universal Music)
And Marc And The Mambas And Bronski Beat müsste es streng genommen heißen, aber der Reihe nach, wie es diese als 1CD und 2CD erhältliche Best Ofs es auf den ersten ungeprüften Blick auch tun, indem sie chronologisch bestückt sind. Den Überhit „Tainted Love“ gibt es in der 12“ Version, in der er Medleygestalt „Tainted Love/Where Did Our Love Go“ annimmt. „Bedsitter“ und „Soul Inside“ sind weitere Stationen in der Hithistorie, die der Sänger an der Seite von Keyboarder Dave Ball als Soft Cell machte. Deren Nachreunionoutput bleibt unberücksichtigt, nicht aber Marcs Kollaboration mit Bronski Beat, aus der das zweite Medley dieser gelungenen Zusammenstellung hervorging: „I Feel Love/Johnny Remember Me“. Den Ausflug in die Gefilde der Marc And The Mambas macht nur die 2CD-Variante, nämlich in Form von „Black Heart“. Der Fokus liegt einfach und zweifach auf Marcs Solowerk, das gar nicht so solo im Duett im Gene Pitney („Something’s Gotten Hold Of My Heart“) hohe Chartweihen erhielt. Keine überraschende Partnerwahl, denn Marc wie Gene scheuen Streicherbombast ebenso wenig wie herzzerrissenes stimmstarkes Schmachten. Herr Almond covert gern und vor allem auch gut („The Days Of Pearly Spencer“, „Jacky“). Seine Ausflüge Richtung Bigband und Swing hätte der Verfasser dieser Zeilen nicht haben müssen, gehören aber zu einer Werkschau wie dieser, die das langjährige Schaffen des reichlich tätowierten Mannes mit der großen Stimme abbildet und mit „A Kind Of Love“ immerhin einen zuvor nicht veröffentlichten Track enthält. Ausgerechnet „Tainted Love“ und obendrein mit Rhythm & Blues Orchestra Begleitung zum Abschluss, hätte nun nicht so ganz feste sein müssen, aber einer Compilation mit „Torch“, „What“ und „Say Hello, Wave Goodbye“ verzeiht man verdammt viel.
Thomas Abresche

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2017.