CD-Rezension / Review / Kritik

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Avatarium Hurricanes And Halos cd cover

Avatarium „Hurricanes And Halos“

(Nuclear Blast)
Nicht nur Anbeter der Hard Rock-Urgesteine Uriah Heep werden das wundervolle Orgelspiel, die epischen Songstrukturen und die majestätisch-pulsierenden Stimmungen dieses dritten Albums lieben! Was sich auf dem gefeierten, 2015 veröffentlichten Vorgänger „The Girl With The Raven Mask“ bereits markant abzeichnete, das setzen die Schweden nun vollendet um. Die musikalische Reise in die halluzinogen geprägten 1970er Jahre gerät vor allem durch die im wahrsten Sinne des Wortes organische Tastenkunst von Großmeister Rickard Nielsson zu einer vielfach prächtigen, absolut zeitlosen Doom Metal-Angelegenheit. Jennie-Ann Smith versteht die psychedelisch erfüllten Lieder mit intuitiv-phantasievoller Neigung und leidenschaftlicher Inbrunst zugleich zu besingen, was das Anhören zu einem restlos einnehmenden Erlebnis macht. Derlei authentisch wirkende, künstlerisch seelenverwandte Reminiszenzen an das mutige 1969er Coven-Hammeralbum „Witchcraft Destroys Minds & Reaps Souls“ habe ich bis heute nie zuvor gehört. Nostalgiker Marcus Jidell verschmilzt mit seiner Gitarre zu einer schillernden Einheit, was nicht nur haufenweise superbe Aha-Momente mit sich bringt, sondern auch lupenreine Saitenkunst darstellt. Doch auch die von Überraschungen getränkte Abwechslung, mit der Avatarium vorgehen, ist mindestens sensationell. Die weiten Stilsprünge, die zwischen ultraeingängigen Nummern wie beispielsweise „Into The Fire / Into The Storm“, „The Starless Sleep“, „Road To Jerusalem“ oder „Medusa Child“ gemacht werden, sind von atemlos machender Unerschrockenheit - und glücken der Band dennoch wie aus einem einzigen Guss. Mastermind Leif Edling pausiert derzeit gezwungenermaßen - doch der Rest der Formation macht dem schwedischen Genius mit „Hurricanes And Halos“ alle Ehre.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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