CD-Rezension / Review / Kritik

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captain capa this is forever 2017
Captain Capa
„This Is Forever“
(Audiolith/Broken Silence)
Man weiß es seit geraumer Zeit: Audiolith Records ist längst nicht mehr ausschließlich die Adresse für Schlagworte wie ‚Hooo-Rave!’ oder ‚Deutschland, Arschloch, fick dich’. Zum Programm des Hamburger Labels gehören mittlerweile auch gehobener deutschsprachiger HipHop und Indie-Electro-Pop. Zum Beispiel der von Captain Capa aus Thüringen, die sich dreieinhalb Jahre nach „Foxes“ zum Trio aufgestockt haben – und ihr Sound wächst auf dem dritten Album exponentiell. Zwar gibt sich der Opener noch als eine Art schnittigere Version von M83s „Midnight City“, und auch die Single „The Fever“ versucht als leichtgängiger Dance-Track mit latentem Daft Punk-Familienanschluss keine allzu großen Tricks. Je weiter „This Is Forever“ jedoch voranschreitet, desto mehr gehen Hannes Naumann und Kollegen in die Vollen. Nicht genug damit, dass „Clarendon“ oder „The Weeks After“ mit aufgedrehter Gitarrenheizung sowohl die Emo-Sozialisation der Mitglieder belegen als auch an die aufgelösten Labelkollegen Bratze erinnern – „Athena“ wildert zudem bei Vocoder-R’n’B mit Rap-Rattenschwanz, und „Judd Apatow Lied To Me“ lässt den synthetischen Ragga-Blunt kreisen. Auf den vier Tracks der Bonus-EP „Death Of A Hydra“ fuchteln Captain Capa sogar ab und an mit EBM-Keule und Hardcore-Gitarren – ein donnerndes Ende von 72 unberechenbaren elektronischen Minuten. Ein Album für die Ewigkeit? Das wird sich zeigen. Auf jeden Fall eins für mehrere Tanzflächen auf einmal.
Thomas Pilgrim



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017



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