CD-Rezension / Review / Kritik

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the anix ephemeral 2017
The Anix
„Ephemeral“
(Cleopatra Records/Membran)
In den kurzen Momenten, da diese Platte den Rezensenten zu positiven Reaktionen hinreißt, tauchen Assoziationen auf wie: Ville Valos Stimme inmitten eines Synth-Pop-Arrangements; ein Ville, der sich alsbald in Dave Gahan verwandelt – woraufhin beide ins Nichts verschwinden und Synth-Pop-Epigonen das Feld überlassen, die sich fortan frohgemut der seichteren Spielweisen des 80er-Pop-Wave bedienen, Simmons-Drums knallen lassen und auch mal einen Abstecher in Dance-Gefilde der Neunziger wagen. Hier sind Musiker am Werk, denen es gelingt, allein durch eine flirrende Sequenz puren Kitsch erstehen zu lassen („Mask“), echten Schunkel-SynthPop zu kreieren („Celestica“), den kurzen Snare-Fill wiederaufleben zu lassen, der einem 1989 aus jedem Radiohit entgegenflappte („Sideways“) und auch sonst allen möglichen Attributen synthetischer Heile-Welt-Harmlosigkeit zu huldigen, welche im letzten Track „Hollow“ wohl ihre am deutlichsten sinnentleerte Manifestation finden. Glücklicherweise gibt es aber auch Songs, in denen (fast) echt wirkende Melancholie auf den Plan tritt; hierfür mögen die Stücke „Remnants Of Us“ und „Without You“ gute Beispiele sein.
Kym Gnuch



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017



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