CD-Rezension / Review / Kritik

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Alfahanne Det Nya Svarta 2017
Alfahanne
„Det Nya Svarta“
(Indie Recordings/Soulfood)
Was soll man erwarten von einem Album, dessen Titel übersetzt ‚Das neue Schwarz’ lautet? Depro-Wave? Fiesen Black Metal? Schlechte Laune überall? Für so etwas haben Alfahanne aus Schweden nun wirklich keine Zeit, auch wenn sich auf ihren bisherigen Platten Gastgrunzer von Bands wie Helheim, Taake oder Shining die Klinke in die Hand gaben. Ihre Hits „Indiehora“ und „Slutdestination Eskilstuna“ plädierten vielmehr für schmuddelige fleischliche Gelüste unter Hinzunahme hochprozentiger Getränke – und dass ‚666’ in Landessprache ‚Sex sex sex’ heißt, kommt dem Vierer um den hageren Sänger und Gitarristen Pehr Skjoldhammer sicher wie geschliffen. Doch auch abseits wenig jugendfreier Inhalte haben Alfahanne einiges auf Lager und bohren ihre schwarzmetallischen Wurzeln nacheinander mit schweinigelndem Heavy Rock, (Post-)Punk sowie einer Portion Gothic auf – Letzteres vor allem im düsteren Riffing des abschließenden Titelstücks. Zuvor darf Kampfar-Frontmann Dolk beim frenetischen Uptempo von „Svarta Får“ mitblöken, und sogar David Lindh von den semi-legendären Indie-Landsleuten Broder Daniel schaut im vermutlich streng riechenden Studio vorbei. Für ein Album, das vor derbem Spaß, musikalischer Ausgefeiltheit und oft sogar jeder Menge Groove förmlich zu platzen droht. Ihr seid der Ansicht, Turbonegro sind seit Hank von Helvetes Ausstieg nicht mehr das Wahre? Dann ist „Det Nya Svarta“ ab sofort eure schwarze Bibel. Und dafür muss man nicht mal lesen können.
Thomas Pilgrim



Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2017


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