CD-Rezension / Review / Kritik

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blues pills lady in gold

Blues Pills
„Lady In Gold“
(Nuclear Blast)
Was das Debütalbum „Blues Pills“ 2014 schon so bravourös und einzigartig versprach, das wurde für den zweiten langen Bluesrock-Dreher sensationell prächtig eingehalten! Auf „Lady In Gold“ zeigen sich die multinationalen Supertalente um Stimmhexe Elin Larsson noch eingängiger, souveräner und selbstsicherer. Doch von Routine oder Selbstdarstellung nicht die geringste Spur. Vor allem Gitarrist Dorian Sorriaux spielt, fordert und liebt seine Klampfe mit unfassbarer Hingabe, was durchgehend unweigerlich voll ins Gemüt trifft. Seine restlose Selbstvergessenheit an den Saiten klingt pur durch, was auch berauschend psychedelische Stimmungen mit sich bringen kann. Ihm zur Seite stehen weitere Leidenschaftsmenschen, die restlos alles für ihre Musik geben. Das bestechend ausgeklügelte Spiel von Drummer André Kvarnström ist so zeitlos, trendfrei und individuell akzentuiert, dass man einfach staunen muss. Tieftöner Zack Anderson pumpt verzückte Hippie-Rhythmik dazu, dass es geradezu wie ein Kickback in die späten 1960er wirkt. Und Wunderkehle Elin erweiterte den Stimmradius nicht nur gekonnt, sondern sie erreicht nun auch noch einiges mehr an jeweiliger Tiefe. Dagegen schraubt sie ihre scharf schneidende Röhre vor allem in den Gospel-artigen Passagen hoch. Der Vintage Rock-Bereich ist seit Jahren wieder gut gefüllt. Doch „Lady In Gold“ sticht markant hervor. Diese authentische und originelle Platte steht für die großartigsten Momente, die in unserer Zeit der Rock-Musik zu hören sind.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.
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2016 Sonic Seducer Magazin

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