CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken
autogen antigen

Autogen
„Antigen”
(audiotrauma/Ant-Zen)
Autogen ist das aktuelle Projekt um den Letten Kaspars Kalniņš. Nach dem 2012er-Werk „Mutagen“ beim bizarren Label 4iB aus Singapur gibt es nun einen Nachfolger des Duos, das für seine ultrablutigen S/M-Shows bekannt ist. Zunächst schwant einem im doppelten Sinn des Wortes Böses bei Betrachten von Songtiteln wie „Bunkergang“ oder „Necrochoro“. Man fragt sich: „Hört denn dieses Hellektro-Ding nie auf?“ Aber so schlimm kommt es trotz seltsamer Fetisch-Fotos, auf denen die Grenzen zwischen Parodie und Klischee endgültig verschwimmen, nicht. Denn es gibt kaum verzerrte Stimmen auf dem Album, stattdessen eine gewisse technoide Modernität, die so in der Form Ende der Neunziger von Haujobb, FLA und Co. zelebriert wurde („Nepenthe“), und weibliche Vocals, die leider bisweilen arg angestrengt klingen. Letztendlich ist es schwer, diese Art Musik fair zu beurteilen, weil sie in den letzten 25 Jahren schon unglaublich oft ähnlich zu hören war - Darkelectro/EBM-Songs auf den Spuren von Dive, Regenerator, Evils Toy, Die Form und vielen anderen, die allesamt nicht sehr komplex klingen. Außerhalb ihrer lokalen Reichweite wird es das Duo trotz Internet höchstwahrscheinlich schwer haben, damit ein größeres Publikum zu rekrutieren.
Uwe Marx

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Thursday the 25th.
2016 Sonic Seducer Magazin

©