CD-Rezension / Review / Kritik

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autechre elseq1-5

Autechre
„Elseq 1-5“
(Warp/Rough Trade)
Es ist nicht so, dass Autechre ungeübt im Ausloten von Grenzen wären. Dass „Elseq“ in Form von fünf einzelnen Veröffentlichungen erscheint und über vier Stunden Musik enthält, hätte man allerdings genauso wenig erwartet wie den Umstand, dass es das Monsterwerk nicht als physikalischen Tonträger geben wird. Der fragmentarische Charakter der Musik führt dazu, dass die klassische Rezipierung des Gesamtwerkes (sprich: die durchgängige Wiedergabe vom ersten bis zum letzten Track) wohl die Ausnahme bleiben wird. Bei allem Gerede über die Form sollte jedoch der Inhalt nicht vergessen werden. Die lange Spielzeit nutzen Autechre einerseits für großzügig bemessene Tracklängen, vor allem jedoch zur stilistischen Streuung. Lässt der Opener „Feed1“ noch erahnen, wie es klingen könnte, wenn die gesamte Stahlproduktion einer englischen Mittelstadt innerhalb weniger Sekunden erhitzt und anschließend verbogen wird, kontert „13x0step“ kurz darauf mit ungewohnten Harmonien innerhalb eines zittrigen Radioäthers. „Foldfree Casual“ bewegt sich in Richtung Kitsch für Roboter und „Latentcall“ und „Freulaeux“ sind auch auf der Tanzfläche denkbar. Bereits dieser begrenzte Ausschnitt zeigt, wie breit sich Rob Brown und Sean Booth dieses Mal aufgestellt haben. Monsterwerk.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 07/2016.
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