CD-Rezension / Review / Kritik

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aaron we cut the night

AaRON
„We Cut The Night“
(Virgin/Universal)
Das nächste Spiel ist bekanntlich das schwerste – das dritte Album auch? Nicht für AaRON aus Frankreich. Zumindest nicht, wenn man den Erfolg in ihrer Heimat als Maßstab nimmt, wo „We Cut The Night“ genauso selbstverständlich in den Top Ten landete wie die beiden Vorgänger. Mit ähnlicher Leichtigkeit scheinen die zehn neuen Songs nach fünf Jahren Pause eingespielt worden zu sein: Trotz des Titels lassen die behutsamen, aber dennoch zwingenden Beats und die angedüstert-wohligen Harmonien AaRON ein ums andere Mal zur Sonne dringen. Auch im „Blouson Noir“ kann man also guter Dinge sein – gerade bei so einem unwiderstehlichen Ohrwurm von einem Song, der neben den leicht vernuschelten Vocals und einem sanften Synthie-Arpeggio auch weit gespannte Flächen einbaut. Mehr als einmal wirkt dieses Album, als hätten Archive oder ihre Ableger BirdPen und We Are Bodies kurz die Prog-Vorlieben in die Besenkammer gesperrt und sich stattdessen in Glitzeranzüge geworfen – etwa wenn „Invisible Stains“ selbstvergessener Melancholie freien Lauf lässt oder sich die fragmentierte Sequenz von „Magnetic Road“ unablässig ins Gedächtnis schraubt. Und dass die Nacht nicht zuletzt zum Tanzen da ist, verdeutlichen vor allem das Titelstück und „The Leftovers“ als die fidelsten Momente dieses doppelbödigen Albums voll hinreißendem Electro-Pop.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.


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