CD-Rezension / Review / Kritik

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adeonesis post mors vitae

Adeonesis
„Post Mors Vitae“
(Advoxya)
Dass gerade aus Bolivien Harsh-Electro im Stile Amduscias kommt, wundert nicht, ist das Land doch eines der ärmsten der Welt und gerade die Hauptstadt La Paz immer wieder streikgeplagt. Die Brüder Wilger und Ferry haben den Zustand ihres Landes und viele erlebte Geschichten zum Anlass genommen, selbst musikalisch aktiv zu werden. Stiller Protest liegt Adeonesis nicht, deshalb geht es auf dem Nachfolger zu „The Rite Of Our Cross“ richtig hart zur Sache. Die Songs sind in der Reihenfolge auf dem Album zu finden, in der die Band sie aufgenommen und eingesungen hat. Wer das Werk von Wilger und Ferry anhört, kann die Wut der Brüder förmlich spüren: Während der Introsong „Inherente“ noch eher ruhig und melodisch daher kommt, haut „Beyond Our Fears“ richtig in die Harsh-Electro-Kerbe und wartet mit verzerrten Vocals auf. Das wird dann die nächsten zwölf Lieder so fortgeführt, bis das Album mit einem A7le-Mix von „Insane Existence“ würdig endet.
Josie Leopold

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2016.