CD-Rezension / Review / Kritik

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callejon wir sind angst

Callejon
„Wir sind Angst”
(Four Music/Sony)
Mit dem Dreher „Blitzkreuz“ hat die deutsche Metalcore-Abrissbirne die Republik zum Beben gebracht. Das war wirklich bemerkenswert, doch mit ihrem neuen Album legen sie da echt noch mal eine Schippe drauf. Sänger Basti und seine Crew lassen auf ihrem neuen Werk vor allem mehr den Metal sprechen als den Core. Sie wirken erwachsen, bodenständiger oder besser gesagt zielstrebiger. Hier gibt es ein Gewitter aus top gesetzten Breaks, zappelnde Beats sowie bitterböse Riffs. Dazu der Wechsel zwischen keifenden Vocals und melodischem Gesang, genial auf den Punkt! Vor allem die Refrains fressen sich bis in die letzten Ecken des Hirns. „1000 PS“, „Schreien ist Gold“, „Dunkelherz“ oder „Veni Vidi Vici“ sind echte Highlights, die alles Gesagte zusammenfassen. Geile Melodien, wirbelnde Breaks und Refrains, die bald aus jeder Fankehle ausbrechen wollen. Callejon verstehen es wie nur wenige gleichartige Bands aus Deutschland, mit Zuckerbrot und Peitsche Metal auf Deutsch so frisch-aggressiv und angenehm hörbar durch die Boxen zu pressen. Obendrauf hat die Band noch das Hirn, auch ernstere Themen einzubauen. Es ist ein Album, das man so schnell nicht mehr aus der Birne bekommt. Diese Jungs sind definitiv mit „Wir sind Angst“ in die oberste Qualitätsstufe aufgestiegen und machen nun von dort oben die Lande unsicher. Ein gereifter deutscher Metalcore-Act, an dem sich Genrekollegen nun messen müssen!
Erik Rössler

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2015.