CD-Rezension / Review / Kritik

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corrections house last city zero

Corrections House
„Last City Zero“
(Neurot Recordings/Cargo)
Hin und wieder kommt es vor, dass man ein Album in den Händen hält, welches jeglichem Versuch, es auch nur annähernd zu beschreiben, trotzt. Das Erstlingswerk der neuen experimentellen Supergroup um EyeHateGod-Sänger Mike IX Williams ist so ein Fall. „Last City Zero“ liegt irgendwo zwischen Spoken Word-Performance, Noise sowie ruhigeren akustischen Tönen. Kaum zu glauben, aber diese Heterogenität macht das akustische Kunstwerk aus. „Bullets And Graves“ klingt wie eine Mischung aus Ministry und Slayer zu „God Hates Us All“-Zeiten, „Run Through The Night“ beginnt mit Akustikgitarre und mündet in dröhnende Synthiesounds. Der Titeltrack besticht durch Poetik sowie extrem melancholische und nachdenkliche Atmosphäre. „Last City Zero“ ist nicht mal eben so gehört oder geeignete Hintergrundberieselung für das Sonntagsessen mit Mama und Papa, aber genau das Richtige für diejenigen, die sich gerne mit Musik auseinandersetzen und an experimentelleren Klängen interessiert sind. Reinhören lohnt sich in jedem Fall. Ein echter Geheimtipp!
Tim Röttges

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.