CD-Rezension / Review / Kritik

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brown reiniger bodson clear tears troubled waters

Brown/Reininger/Bodson
„Clear Tears/Troubled Waters“
(Crammed Disc/Indigo)
Im Rahmen seiner „Made To Measure“-Reihe veröffentlichte das belgische Crammed Disc Label zwischen Mitte der 80er und 90er Jahre 35 Alben von Künstlern wie John Lurie, Fred Frith, Arto Lindsay, David Cunningham und Minimal Compact. Ebenfalls in der Serie vertreten war Tuxedomoon-Mitglied Steven Brown, dem nun zusammen mit seinem Bandkollegen Blaine L. Reininger und Maxime Bodson (paTTon) die Ehre zuteil wird, den Anfang der wiederbelebten Reihe zu markieren. „Clear Tears/Troubled Waters“ entstand als Auftragskomposition für Thierry Smits’ gleichnamiges Tanzstück. Der Score beginnt abstrakt und perkussiv, wechselt jedoch schnell zu warmen und weicheren Klängen. Durch das Klavier- und Klarinettenspiel von Brown und Reiningers Einsatz an der Geige liegt stets weit mehr als nur ein Hauch von Tuxedomoon in der Luft. Smits’ Performance thematisiert die große Melancholie unserer Zeit einerseits, aber auch die Möglichkeiten, die sich aus dem Kampf gegen den Pessimismus ergeben. Brown, Reininger und Bodson spiegeln dieses Konzept in ihrer musikalischen Untermalung durch wiederkehrende Brüche und häufige Wechsel. Bemerkenswert ist, dass die Kompositionen auch losgelöst von der Tanzaufführung ihren eigenen Reiz entwickeln und somit nicht nur als akustische Erinnerung für Besucher einer Aufführung zu empfehlen sind.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

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