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Click Click
„Those Nervous Surgeons“
(Dependent/Alive)
Die Auferstehung der britischen Elektronik-Legenden geht weiter: Letztes Jahr meldete sich plötzlich Chefgrummler Adi Newton mit Clock DVA zurück, nun folgt das kaum mehr für möglich gehaltene Album von Click Click. Fans der ersten Stunde werden wohlwollend zur Kenntnis nehmen, dass „Those Nervous Surgeons“ anders als der Vorgänger „Shadowblack“ musikalisch wieder mehr von früheren Glanztaten wie „Rotorbabe“ oder „I Rage I Melt“ hat – und tatsächlich bestätigen die neuen Songs nebst der runderneuerten Version der Rarität „Rats In My Bed“, dass sich im Grunde gar nicht so viel verändert hat, wenn sich düster schwelende Keyboards mit halb klagendem, halb mürrischem Gesang vermischen. „Man In A Suit“ ruft Klassiker wie den Live-Favoriten „Harpy“ ins Gedächtnis, im ungemütlich polternden „What Do You Want“ wildert eine muskulöse Bass-Sequenz. Spätestens wenn gegen Ende das USA-kritische „Drone“ zusehends in Richtung synthetischen Krautrocks abdampft, dürfte auch weniger phantasiebegabten Hörern einleuchten, was Click Click mit dem Begriff ‚Industrial Psychedelia’ meinen: einen unwägbaren Hybrid, der sich in keiner Spielart eindeutig verorten lässt und genauso auf die Gründerjahre der EBM verweist, wie er einen Ausblick auf dunkle Dancefloor-Trends jenseits dickhosigen Bassmusik-Stumpfsinns gewährt. Schon jetzt ein Highlight des elektronischen Jahres – mit oder ohne die zusätzliche Demo-CD und den Roman aus der Feder Adrian Smiths, die der auf 300 Stück limitierten Version beiliegen. Und so sorgt „Those Nervous Surgeons“ für die schönsten nervösen Zuckungen seit Langem.
Thomas Pilgrim


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