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gary numan savage

Gary Numan „Savage: Songs From A Broken World“

(BMG/Warner)
Gary Numan, der schon 1979 die elektronische Wave-Szene betrat, sie dergestalt in ihrer Geburtsstunde mitgestaltete, legt mit dieser Scheibe sein 22. Studioalbum vor. Schon seit langen Jahren hat er Abstand davon genommen, den Tagen seiner frühesten, immensen Erfolge nachzuhecheln, sondern sucht weiterhin, sich selber und seine Kunst voranzutreiben. Was 1978 Punk war, wurde 1979 zu Synth-Kunst, gestaltete sich immer wieder anders und blieb doch allezeit: Gary Numan selbst. Seine unverkennbare, da einzigartige Stimme und die beschwörenden, klagenden, durchdringenden, klaren Gesangsbögen sind das verbindende Element zwischen all den Zeitaltern. Doch Gary zelebriert und inszeniert sich nicht selber, sondern schlichtweg: seine Tonkunst. Und diese lässt den Hörer nach Ausklang des letzten Stücks „Cold“ zunächst einmal still und fast ehrfurchtsvoll, überdies endlos melancholisch zurück. Dieses Album wird inhaltlich von einer eindringlichen, apokalyptischen Endzeitstory getragen und musikalisch von atmosphärischer Größe, stiller – und deswegen fast noch unerträglicherer – Sehnsucht, von berührender Wehklage. Zumeist sind die Songs im Half-Time gehalten, von fein ziselierter Elektronik, moderaten Industrial-Elementen, flirrenden Synth-Layern, sorgfältigen Gitarren-Einwürfen, orientalisch anmutenden Komponenten, Breitwand-Synth-Figuren – und dieser im weiten Erdenrund ansonsten nicht vernehmbaren Stimme. Ohr und Herz werden durchdrungen, bei Stücken wie „Pray For The Pain You Serve“ mag auch eine Träne fließen. Kleiner Wermutstropfen: Ein, zwei Stücke, in denen es ein wenig rauer lospoltert, wären wünschenswert gewesen.
Kym Gnuch

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