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laibach also sprach zarathustra

Laibach „Also sprach Zarathustra“

(Mute/Rough Trade)
Zwei, die wie füreinander gemacht sind: Laibach und Nietzsche. Wie eine Sammlung tiefenphilosophisch-poetischer Kalendersprüche für alle Lebenslagen mutet Nietzsches „Zarathustra“ zuweilen an. Weisheit reiht sich an Weisheit, aufgeladen mit Symbolik, Schlagwörtern und blumiger Metaphorik. Verborgen darunter ein Utopia, offen für Interpretationen. Ganz wie bei Laibach, die mal zynisch, mal ironisch und doch bitterernst seit über drei Dekaden so sehr mit Worten jonglieren, dass Kritikern nicht selten schwindelig wurde. Und immer den Blick auf die Utopien richten, die sich in Pop, Politik und Gesellschaft manifestieren. Eigentlich war es überfällig, dass sich Laibach an Nietzsche abarbeiten – mit dem Soundtrack zur Theaterproduktion „Also sprach Zarathustra“ streifen die Slowenen ihn zumindest. Natürlich ist „Zarathustra“ kein Laibach-Album im klassischen Sinn, auch wenn die Band im Studio nochmal Hand an die Stücke legte. Instrumentals reihen sich an Songs, die sich wie Nietzsches „Zarathustra“ der Struktur verweigern, mehr Tracks und Fragmente sind, in denen Milan Fras noch dunkler grollt als üblich. Vielleicht liegt es an den deutschen Texten oder den tief groovenden Sounds, die direkt aus Valhalla zu kommen scheinen: Dieses Album wirkt düster-verstimmt und trotz des zersplitterten Charakters erstaunlich stimmig. Und ist gleichzeitig eine Rückkehr zum Industrial früher Tage, der vor allem Fans begeistern wird, denen Laibach zuletzt zu poppig wurden. Torsten Schäfer

 

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