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volt soundtrack

Alec Empire „Volt“ (OST)

(Dependent/Alive)
Nur vier Wochen hatte Alec Empire Zeit, die Filmmusik zum dystopischen Flüchtlings-Thriller „Volt“ zu schreiben. Am Ende steht ein atemberaubender Soundtrack, bei dem nichts zu kurz kommt. Die Ausführungen des Digital-Hardcore-Kopfes sind so gut, dass sie beim Szenelabel Dependent als eigenständiger Release herausgebracht werden. Empire ist seiner Sound-DNA treu geblieben, seine „Volt“-Komposition ist die vielleicht reifste seines Schaffens und transportiert auch metaphorisch die Ebenen des Films. Mit kaltem, harten, totalitären Techno untermalt er aus dem Innenleben des Polizeistaates heraus und mischt viele düstere Streicher hinzu, bei denen er Wagner als großen Einfluss nennt. Für die Geschichten aus der Flüchtlingszone kommen komplexere Rhythmen ins Spiel, aggressiv, von Industrial gewürzt. „Die Menschen in der Zone sind zwar von der Gesellschaft ausgeschlossen, aber sind in ihrem Bereich natürlich freier. Gesetzlos, staatenlos“, erklärt der Atari-Teenage-Riot-Frontmann. „Das Gesetz kommt nur durch diese Polizeieinsätze daher. Und da geht es oft einfach darum, Ordnung zu schaffen, wo es durch die Umstände keine Ordnung geben kann“ - auch musikalisch. Empires Besetzung hätte passender nicht sein können. Seine mutigen, aber schlüssigen Geniestreiche sind ein guter Indikator, dass man sehr gespannt auf seine kommenden Soloreleases sein sollte.
François Duchateau

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