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2014-seabound speak in storms

Seabound
„Speak In Storms“

(Dependent/Alive)
Der Titel sagt schon genau, wie diese Platte klingt: wild, kühl, aufgewühlt, bedrohlich. „Speak In Storms“ ist zwar, wie Sänger Frank M. Spinath es selbst ausdrückt, ein typisches Seabound-Album geworden, aber um Längen reifer als der vor ganzen sieben

Jahren erschienene Vorgänger „Double-Crosser“. Hier greift ein Stück ins andere, elektronische Sounds vereinen sich mit Franks charismatischer Stimme. Das Gefühl, dass man es tatsächlich mit der letzten Warnung vor einem unausweichlichen Sturm zu tun hat, die der Titel meint, wird atmosphärisch absolut authentisch und mitreißend vermittelt. Erneut geht es inhaltlich in die Tiefen der menschlichen Psyche - in der sich Professor Spinath bestens auskennt - und auf genau diese Reise nehmen Seabound den Hörer mit: ein Auf und Ab der Gefühle. Langsame und emotionale Tracks wie „Contraband“ oder das aus der Feder von Daniel Myer (Haujobb) stammende letzte Stück „Black Feathers“ wechseln sich mit treibenden clubbigen Songs wie „For Another Day“ oder dem absoluten Ohrwurm „Everything“ ab. Dass melancholische Reflektion über das Leben so schön sein kann, schaffen wirklich nur die zwei Synthie-Emos von Seabound. In der limitierten Tempest Edition, die als 48-seitiges Hardcoverbuch mit großartigem Artwork daherkommt, gibt es auf der Bonus-Disc grandiose Remixe von Dead When I Found Her, Rotersands Krischan Wesenberg und Iris-Member Andrew Sega. Endlich mal wieder ein richtig gutes Album im Synthie-Sektor!
Catrin Nordwig