Drucken
katatonia sanctitude

Katatonia
„Sanctitude“
(Kscope/Edel)
Nicht mal sieben Monate nachdem Katatonia ihre Jubiläums-DVD „Last Fair Day Gone Night“ veröffentlichten, präsentieren sie der glücklichen Konsumentengemeinde das nicht minder gelungene Werk „Sanctitude“. Doch wer nun vermutet, dass durch den kurzen VÖ-Intervall so etwas wie Übersättigung entstehen könnte, hat weit gefehlt. Zelebrierte der Vorgänger noch offensive Klänge, lässt sich „Sanctitude“ als Gegenstück verstehen. Schließlich bestechen die neuen in der Londoner Union Chapel im Rahmen der „Unplugged & Reworked“-Tour entstandenen Aufnahmen durch Intimität statt Härte. Die „natürliche Nacktheit“ der Track-Versionen, wie Gitarrist Anders Nyström es formuliert, ist auch auf dem 80-minütigen Set auf einer CD und einer DVD deutlich zu spüren. Das dürfte nicht zuletzt an der technisch ausgefeilten Produktion von Bruce Soord (Pineapple Thief, Wisdom Of Crowds) liegen, der die Band auf Tour außerdem an Keyboard und Gitarre unterstützte. Das zusätzliche DVD-Feature in Form eines Interviews mit den Gründungsmitgliedern Jonas Renske und Anders Nyström bleibt allerdings Geschmackssache. Gewohnt distanziert und den Blick in die Kamera tunlichst vermeidend, antworten die beiden auf die oft etwas zu lang ausfallenden Fragen. Immerhin wird der Eindruck der scheinbaren Lustlosigkeit auf die Produktion eines DVD-Extras mit dem düster-ästhetischen Design von Stammkollaborateur Travis Smith und den klassischen Schwarzweißaufnahmen zumindest ansatzweise kaschiert. Mit denen nämlich verträgt sich die ernste Attitüde Renskes und Nyströms einfach wunderbar. Und für extrovertierte Interviews haben sich die Progressive-Rocker ja ohnehin nicht gegründet.
Hannah M. Seichter


www.katatonia.com

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Wednesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

©