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BOTB Logo smallDIE BANDS & PROJEKTE 2017


Neuwahlen? Aber natürlich gibt es die! Bei uns dürft Ihr jedes Jahr abstimmen – über die beste Band ohne Plattenvertrag. Über die fähigste Kraft aus dem Untergrund. Es ist wieder Zeit für unser Battle Of The Bands, das 31 Kandidaten zur Abstimmung freigibt. Im Folgenden stellen wir die Teilnehmer für die aktuelle Wettbewerbsrunde vor.

Name Play Duration
Restless Gods
A Slice Of Life

3:24 min
Captured Life
Beating Signal

4:23 min
Dein Herz
Blitzkill

4:16 min
Ich sehe das
Brigade Enzephalon

4:32 min
Phantom
Cantorca

3:55 min
Internet God
Coalescene

3:36 min
The Room
Coloured Heads

5:02 min
Prophecy Of Doom
Conspiria

5:49 min
Psychotic Killer
Dunkelsucht

3:16 min
Das Meer
Dunkeltraum

4:32 min
Shake Your Hips
ETE

3:09 min
Morgendaemmerung
Exaudi

6:45 min
Proud Leaders
Excubitors

4:50 min
Orchid Fields
Fairlight Angel

4:12 min
Burnout
Frozen Faces

4:11 min
Die Rueckkehr des Leichenwurms
Ganglion

4:05 min
Home Is Where The Graves Are
Ibyss

4:20 min
State Of Mind
Life On Demand

4:28 min
Falscher Prophet
Maschinist

4:57 min
Eternal Darkness
Nexus66

4:45 min
Drag Me To Hell
PaPerCuts

4:08 min
My Loss
Promethean Creation

3:51 min
Nachruf auf Helmut Kohl
Reich ins Heim

4:44 min
Melancholie
Seelenkind

5:15 min
Wasteland
Sonorus7

4:41 min
2019
Stoersignal 3

4:23 min
Nightbirds
The Duke And The Gambler

4:09 min
Kein Zurueck mehr
Tiefenstrom

5:37 min
Patience
U-Manoyed

3:44 min
Cold Blood Warm Smile
Vague Scare

3:55 min
Soul Eater
VantaNoir

4:12 min


A Slice Of Life
(http://vi.be/asliceoflife)
Es gibt mehrere Bands, die Slice Of Life heißen. Nur eine bewegt sich jedoch so klar in der Traditionslinie der Schwarzen Szene und steht so klar im Verdacht, sich nach einem Bauhaus-Song benannt zu haben wie die Belgier um Dirk Vreys. Der war zuvor in der Cure-Tributeband The ObsCure aktiv. Kollege Guy Wilssens wiederum bringt Vorerfahrungen aus der Post-Punk-Combo Perverted By Language ein. Seit Mitte 2017 gibt es das Sextett auch live. Ehe im kommenden Jahr Festivalbühnen mit Clan Of Xymox, Project Pitchfork oder den Chameleons geteilt werden, stellen sich die Newcomer mit „Restless Gods“ dem Sonic Seducer Battle Of The Bands.

Beating Signal
(www.beatingsignal.com)
2013 im Alleingang von Luca Riese gestartet, hat sich das Projekt aus Nordenham zu einer vollwertigen Band gemausert. Die Liebe zu synthetischer Musik mit poppigem Einschlag ist geblieben. Die Single „Captured Life“ zeugt von einem Faible für Klänge der 80er-Jahre, die die jungen Herrschaften aus der Wesermarsch mit einem Extraschuss Dynamik versehen. Kein Wunder: Unter den Ausführenden finden sich ein Lokführer und ein Flugzeugmechaniker. Ob das zum Durchstarten bei unserem Wettbewerb reicht, liegt in Eurer Hand.

BlitzKill
(facebook.com/BlitzKill)
Hybrid Metal? Ob sich die Wortneuschöpfung als Bezeichnung für die von BlitzKill praktizierte Mischung aus technoiden Sounds und Gitarrenbrett durchsetzen wird, ist fraglich. Fest steht hingegen, dass das Konglomerat, das die Hockeymasken-Freunde im Studio zusammengeschweißt haben, ordentlich Dampf macht. Das erkannte selbst Hollywood: 2016 lizensierte man dort den Song „Sinnestäter“ für Gore Verbinskis („The Ring“, „Rango“) Film „A Cure For Wellness“. Apropos Gesundheit: auf unserem BOTB-Tonträger hämmert „Dein Herz“.

Brigade Enzephalon
(www.brigade-enzephalon.com)
„Wir treten an, um den Dancefloor mit Dark-Elektro, Synthpop und EBM zu komplettieren!“ sagen die drei Mitstreiter der seit 2016 bestehenden Brigade Enzephalon. Fakt ist, dass sie es verstehen, kraftvolle, tanzbare Strukturen mit Melodik zu verbinden. Kim, der Mann am Mikrofon, schürft nicht nur stimmlich in der Tiefe. Auch die Texte haben entsprechende Qualitäten. Mit dem stampfenden „Ich sehe das“ möchte Euch der Brigadegeneral dazu bewegen, an die Sonic-Seducer-Wahlurne zu treten. Was geschieht, wenn Ihr Euch weigert? Keine Sorge: Brigade Enzephalon sind gar nicht so böse. Sie wollen nur spielen.

Cantorca
(www.cantorca.de)
Traditioneller Mittelalter-Acoustic-Folk mit Flöten, Dudelsack und Drehleier und elektronischen Sounds und Rhythmen treffen bei den drei Musikern von Cantorca aufeinander. Sie umspielen gemeinsam den Gesang von Britta Janssen. Das Ergebnis lässt sich vielleicht am ehesten als modernistischer SteamFolk beschreiben und entfaltet – auch dank der zugehörigen Lyrics – einen Zauber, der sich hervorragend mit den durch den Bandnamen ausgelösten Assoziation verträgt: Die Kantorka ist in Otfried Preußlers Roman „Krabat“ jene junge Frau, die das Böse besiegt.

Coalescene
(facebook.com/coalescene)
Meist wachsen musikalische Projekte mit den Jahren personell an. Coalescene aus Neumünster starteten 2003 und waren zunächst als Trio aktiv, ehe der Sänger ausstieg. Heute arbeiten Manuel Pilgrimm und Wolfgang Mangels zu zweit an ihren musikalischen Visionen, die irgendwo zwischen EBM und Dark Wave angesiedelt sind. Nach einer längeren kreativen Auszeit sind die beiden wieder aktiv. Im Rahmen des BOTB pirschen sie sich mit dem düster-hypnotischen „Internet God“ an den geneigten Hörer heran.

Coloured Heads
(www.coloured-heads.de)
Clemens ‚The Head‘ Pietzik ist Alleinherrscher über das Klanguniversum von Coloured Heads. Er selbst spricht wegen seiner Vorliebe für gelegentlichen Gitarreneinsatz von Grunge Electro. „The Room“ lässt allerdings mit einer ganz anderen Klangfarbe aufhorchen: Die Klangfarbe der markanten Melodielinie, die das Hauptthema bildet, erinnert an ein Akkordeon. Auch die wiedererkennbare Stimme des Frankfurters ist erinnerungswürdig. Bleibt eigentlich nur noch, den Kopf hinter dem Projekt zu zitieren: „Lasst Euch Zeit. Lasst die Klänge und Gedanken auf Euch wirken.“

Conspiria
(www.conspiria.de)
Filmmusikalische Epik und Metal-Fundament, der Gesang von Nadine Mittmann und die gutturalen Vocals von Julian Jönck – das hessische Quintett Conspiria liebt das Spiel mit stilistischen Gegensätzen. Erste Erfolge sind bereits zu verzeichnen: Der Sieg beim 2017er Female Metal Event Battle in Eindhoven trug entscheidend zur Finanzierung der ersten EP „Signs And Origins“ bei, die im Oktober erschien. Ob es mit „Prophecy Of Doom“ gelingen wird, beim Battle Of The Bands zu punkten?

Dunkelsucht
(facebook.com/pg/Dunkelsucht)
Mit Dunkelsucht stellt sich ein junger Schweizer dem Wettbewerb, der sich treibender elektronischer Musik verschrieben hat. Gefühlvolle, melodiöse Parts wechseln mit kaltem Elektro. Via „Psychotic Killer“ gewährt Mastermind Patrick Näf Einblicke in die Abgründe eines derangierten Geistes. Im Januar 2018 geht es mit Livekeyboarder Jan Moser als Support für Noisuf-X auf die Bühne. Hier könnt Ihr Euch bereits jetzt ein eigenes Bild machen.

Dunkeltraum
(www.dunkeltraum.de)
Maximilian Böttcher (Gesang), Manuel Alsleben (Gitarre, Bass, Keyboard) und Yannick Maier (Schlagzeug) sind vom NDH-Virus befallen. Die Bayern, die seit Dezember 2016 zusammenspielen, geben sich aber trotz unverkennbarer Anklänge nicht mit dem reinen Kopieren von Genregrößen zufrieden. Überhaupt legen sie einen beachtlichen Ehrgeiz an den Tag. Zum hier vertretenen Stück „Das Meer“ etwa produzierte man in Eigenregie ein fünfeinhalb-minütiges Video, das es auf YouTube zu sehen gibt.

Exit To Eden
(www.exittoeden.at)
Wiener Blut pulst durch die Adern der vier Musiker von Exit To Eden, kurz ETE, die mit ihrem Goth’n’Roll seit 2002 fester Bestandteil der dunklen Szene in der österreichischen Kapitale sind. Nach einigen Umbesetzungen langen sie, angeführt von Sänger Bernie, der früher bei den Schock-Rockern von Repeating Pain aktiv war, wieder ordentlich hin. Der Bewegungsapparat wird standesgemäß stimuliert – passend zum Titel „Shake Your Hips“.

Exaudi
(www.exaudi-metal.de)
Die Schöne und das Biest sind zwischen orchestralen Passagen und Schwermetall-Keule häufiger anzutreffen. Jacky und Thoralf, die Stimmen von Exaudi aus Dresden, haben allerdings einen Mitstreiter im Gefolge, der ihrer Musik eine absolut eigene Note verleiht: Rigo, der Mann an Flöte und Nyckelharpa, die in „Morgendämmerung“ mit geigenähnlichem Spiel zum Tragen kommt. Das Quintett wurde 1999 gegründet, pausierte dann länger und ist in der aktuellen Besetzung seit 2016 wieder aktiv.

Excubitors
(www.excubitors.de)
Im Jahr 2006 beschlossen die Brüder Sascha, Stephan und Thomas Viereck, eine gemeinsame Band ins Leben zu rufen. Bewegt vom Wunsch, ihre Wahrnehmung der Welt in Songs zu verarbeiten, nannten sie ihr Baby Excubitors, was im Lateinischen „Wächter“ heißt. Seit 2016 arbeiten Sasha und Stephan nun mit dem neun Sänger Ronny Strehmann zusammen. Der Anspruch, tanzbare, eingängige elektronische Musik mit Gedanken über das Weltgeschehen zu vereinen, ist geblieben. Davon zeugt auch „Proud Leaders“, das sich mit der Gier nach Macht auseinandersetzt.

Fairlight Angel
(soundcloud.com/fairlight-angel)
Olli Krischbin folgt mit Fairlight Angel seinen Vorlieben für Künstler wie die Pet Shop Boys, OMD oder Erasure und bewegt sich entsprechend gern auf der poppigen Seite des elektronischen Terrains. In seinem virtuellen Studio bastelt der Berliner derzeit emsig an neuen Schöpfungen für ein Album. Allerdings fehlt aktuell der passende Partner für den Gesangspart. Im beiliegenden Track „Orchid Fields“ ist noch die ehemalige Stimme des Projekts zu hören.

Frozen Faces
(facebook.com/frozenFACES)
Thorsten Dahlhaus, der Mann hinter Frozen Faces, sieht sich von Künstlern wie Brian Eno, Kraftwerk oder Jean-Michel Jarre beeinflusst und schwört auf eine Mischung aus Arbeit am Computer und Einsatz alter Synthesizer. Das Ergebnis ist weder retro noch futuristisch, sondern eine Mischung aus Tradition und Moderne. Der Bandname ist dem gleichnamigen Song von Propaganda entlehnt. Agitation liegt dem Rheinländer allerdings gar nicht. Stattdessen vertont er bissige Alltagsbetrachtungen wie in „Burnout“, das den gesellschaftlichen Karriere-Fetischismus aufs Korn nimmt.

Ganglion
(facebook.com/pg/Ganglion)
„Bin ich tot? Leb ich noch? In meiner Haut ist ein Loch.“ Diese denkwürdige Textzeile aus „Die Rückkehr des Leichenwurms“ musste einfach Einzug in die Endrunde halten. Ganglion ist ein Solokünstler, der sich Bands wie Leæther Strip, DAF und den Armageddon Dildos verbunden fühlt und seinen Sound seit Jahren weiterentwickelt. Ob die Musik aus einer Überbeanspruchung mit chronischen Reizzuständen resultiert, wie die Bildung des medizinischen Ganglions, des Überbeins?

Ibyss
(facebook.com/pg/ibyssband)
Zwei Männer, zwei Gitarren, eine Mission: Industrial-Metal muss zu seinen Untergrundwurzeln zurückkehren. Hier klingt er roh und brachial, wie es sich gehört. Die Texte behandeln laut eigener Aussage Themen zwischen ewiger Verdammnis, Verlorenheit und dem Ringen des Individuums um sein Bestehen in der modernen Welt. Die Gast-Vocals in „Home Is Where The Graves Are” stammen von Rüdiger Schuster, der dieses Jahr mit Tommi Stumpff auf der Bühne stand und sich mit Gräbern auch dank seiner Rolle in „Attack Of The Zombie Knights“ bestens auskennt.

Life On Demand
(www.life-on-demand.de)
„Wir wollen nicht die Welt verändern, aber eine Spur in ihr hinterlassen“, umreißt das Trio aus dem Schwarzwald seine Zielsetzung. Mit dem 2016 erschienenen ersten Album „Impulsion“ und ihrem Livedebüt als Support von The Beauty Of Gemina haben Sven Essig (Gesang, Elektronik), Alexandra Huber (Gesang) und Andreas Müller (Elektronik) dieses Vorhaben bereits engagiert und vielversprechend in Angriff genommen. „State Of Mind“ heißt der eingängige Track, mit dem sie ins Rennen gehen.

Maschinist
(www.maschinist-band.de)
Moderne Elektro-Beats und rhythmische Gitarrenriffs verbinden sich zu einer fränkischen Variante der Neuen Deutschen Härte inklusive tiefergelegter Vocals und dezent provokanter Texte mit gesellschaftskritischen Untertönen. „Falscher Prophet“ steht stellvertretend für die Gangart der fünf Maschinisten, wie sie sich auf dem ersten Album „Willkommen“ darstellt. Wer Vergleiche sucht, dem sei gesagt, dass die Band mit den Kesseln von Kapitän Alexx Eisbrecher sicher gut zurechtkommen würde, während ihr Song „Mein Herz brennt“ keine Rammstein-Coverversion, sondern eine Ballade aus eigener Feder ist. Alles in allem: NDH 3.0

Nexus66
(facebook.com/nexus6617)
Wer unseren Bandcontest schon länger verfolgt, dem könnte Marcus Hofreiter aus Düsseldorf bereits als Teil des Projekts Reaktor ein Begriff sein. Für die aktuelle Auflage tritt er mit seinem Solobetätigungsfeld Nexus66 an. Zu hören ist der düstere Electro-Track „Eternal Darkness“, mit dem Marcus beweist, dass es sich keineswegs um Resteverwertung ungenutzter Reaktor-Ideen handelt. Die hier vertretene Nummer zielt direkt und vehement auf die Tanzfläche. Wer braucht alles noch ein Ticket für die Hölle?

PaPerCuts
(facebook.com/papercutsband)
„Stell dir vor, der Rechner deiner Band mit allen Audiodaten crasht und alles, was du retten kannst, ist zu Bits und Bytes zerschreddert“, beschreibt Flexxxis Machine, der Mann, der bei den PaPerCuts für die Samples zuständig ist, die Ausgangssituation für die Entstehung von deren verschrobenem Industrial Rock. Als Hörprobe findet sich „Drag Me To Hell“ im BOTB-Aufgebot. Es zeugt von wilder Entschlossenheit, das Weltbild aller Puristen zu erschüttern. Und sei es nur mit dem Einsatz von Frauengesang im Industrial-Umfeld, wo er selten vorkommt.

Promethean Creation
(facebook.com/Promethean.Creation)
Anfang 2017 taten sich David Klemme und Daniel Naurath, ihres Zeichens Gitarrist und Basser der Alternative-Metal-Band Antagoniac, zusammen, um ein neues Eisen zu schmieden: Promethean Creation (auf unserem Beileger fälschlicherweise leider als Back Home gelistet – sorry!). „My Loss“ zeugt davon, dass sie sich zielsicher ins Dunkel gotisch rockender Klänge begeben haben. Auf die Idee, dass Daniel gerne das Album „Angels With Dirty Faces“ von den Sugababes hört, kommt man bei diesem Wettbewerbsbeitrag nicht ohne Weiteres.

Reich ins Heim
(Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)
Der Ex-Kanzler ist tot, Reich ins Heim lebt. Und wie! 2016 musste das BOTB-Urgestein pausieren – nun geht es wieder in die Vollen. „Mein Planet ist Außerhalb“ lautet der Titel der Liedersammlung, die uns mit „schönem Gruß aus dem Untergrund von Oberbexbach“ erreichte. Der mit PC bewaffnete 4-Spur-Punk vertonte aktuelles Zeitgeschehen auf seine ganz spezielle Art. Erdogan, Terroristen, Nazis und Dschungelkönige kriegen ihr Fett weg, Birne ergeht es auch nicht viel besser. Der Gegenentwurf eines stereotypen Politikernachrufs zum Schmunzeln und Kopfnicken im monotonen 8-Bit-Feuer – das muss diesmal für den Sieg reichen!

Seelenkind
(www.seelenkind.band)
Isabel Dietzer stammt aus dem Großraum Frankfurt a. M. und betreibt ihr Projekt Seelenkind seit 2016. Die ehemalige Dark Diamonds Keyboarderin nähert sich, untermalt von einfühlsamer, manchmal auch orchestral bombastischer Musik den dunklen Winkeln ihrer Seele. Wer sich dabei an frühe Werke von Lacrimosa erinnert fühlt, liegt nicht grundfalsch. „Melancholie“, so der Titel des Wettbewerbs-Beitrags, ist Programm. Ob sich das Seelenkind auch beim BOTB erheben wird „wie Phönix aus der Asche“?

Sonorus7
(www.sonorus7.com)
Befreundet waren Liss Eulenherz und Clodi Korzin schon länger. Seit Frühjahr 2017 machen die Sängerinnen aus Leipzig in einem Musikprojekt gemeinsame Sache. Verstärkt durch Daniel Korzin und im Falle des Wettbewerbs-Songs „Wasteland“ zusätzlich durch Shouter Bastian von Intent:Outtake unterstützt, zeigen sie sich mit Sonorus7 optisch wie akustisch sehr ambitioniert. Sternenschauer trifft Sommergewitter auf dem Dancefloor. Wer es nicht glaubt, der möge sich das selbst produzierte Video auf YouTube zu Gemüte führen.

Störsignal3
(facebook.com/Stoersignal3)
Sarkasmus ist tanzbar. Nicht erst „2019“, sondern schon jetzt. Zu verdanken ist das dem Mann hinter Störsignal3, John T. Jefferson, der auf seinem Album „Das Leben ist ein Schlächter Witz!“ kein Blatt vor den Mund nimmt. Dabei trifft er mit Sätzen wie: „Eins, zwei, drei, vier. Auf den Sack gehst du mir“ den richtigen Ton, um seine Unzufriedenheit auch für Außenstehende nachvollziehbar zu machen. „Das Leben haut mir in die Fresse rein! Warum soll das anders sein?“ – Situationen, zu denen solche Statements passen, hat jeder schon erlebt. Völker, hört die Störsignale.

The Duke And The Gambler
Auch akustische Klänge für Rotweintrinker dürfen im Zuge eines ausgewogenen BOTB-Menüs nicht fehlen. The Duke, der Kopf von The Duke And The Gambler aus dem schwäbischen Esslingen, erzählt zu folkig-melancholischer Musik kleine Geschichten – basierend auf den Texten der englischen Hobbydichterin Valerie Dohren. Ein bisschen Johnny Cash, ein bisschen Crash Test Dummies, vielleicht eine Prise Nick Cave, aber anschmiegsamer: Der Mann mit der sonoren Stimme und seine musikalischen Begleiter liefern die richtige Musik für dunkle Nachmittage bei Kerzenschein.

Tiefenstrom
(facebook.com/Tiefenstrom)
Janus ‚Scarecrow‘ Calmar und Alastor haben ihr clubkompatibles Projekt nicht etwa nach einem elektrischen Phänomen, sondern nach einer Meeresströmung benannt. Im Zeichen des Dreizacks liefert das Duo aus Neumünster jedoch keine Seemannslieder, sondern Brachialelektro. Gitarren inklusive. Unser Appetizer hört auf den Titel „Kein Zurück mehr“. Das Stück bietet einen Vorgeschmack darauf, was die Soundbastler auf ihrem kommenden Album „Steinfluch“ auffahren werden.

U-Manoyed
(facebook.com/umanoyed)
Schwarze Kapuzen verschatten die geschminkten Gesichter. Anonymität kennzeichnet das introvertierte, düsterere Elektro-Projekt auf der Bühne, wo man die Herrschaften aus dem Norden in jüngster Vergangenheit vor Bands wie Grausame Töchter erleben konnte. In unserem Contest sind sie mit „Patience“ vertreten. Bislang zeichnete sich das Projekt allerdings weniger durch Ausharren als durch einen hohen Ausstoß an EPs aus.

Vague Scare
(facebook.com/VagueScare)
Aus dem französischen Besançon kommen Laur und Fred von Vague Scare, ein Duo, das seit 2014 klassische Düstersounds mit einem feinen Gespür für Pop verbindet und schon mit Bands wie She Past Away oder Parade Ground auf der Bühne stand – übrigens in der Zweierbesetzung. Ein passendes drittes Mitglied hat sich nie gefunden. Die Aufnahmen entstehen mittels minimalistischer Aufnahmetechnik in bester DIY-Manier. Das Ergebnis ist angenehm nostalgisch angehaucht, aber staubfrei.

VantaNoir
(www.vantanoir.band)
Ist es Electronic? Ist es Alternative? Es ist VantaNoir, ein Trio, das beides in seiner Musik zusammenführt. Textlich kreisen die Schöpfungen der deutsch-mexikanischen Kooperation um die Schattenseiten menschlichen Verhaltens, Zynismus und den Konsequenzen eigener und fremder Einstellungen. Entsprechend leitet sich der Bandname von Vantablack ab – dem dunkelsten Material der Welt. Düster klingt auch der Titel, mit dem sich die drei Musiker beteiligen: „Soul Eater“.

Christoph Kutzer

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Friday the 15th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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