CD-Rezension / Review / Kritik

Print
Hand In Waves Burn Down In Tears CD Cover

Hand In Waves „Burn Down In Tears“

(Handinwaves/Bandcamp)
Mit einer anhand von geläufigen Vergleichen nur schwerlich beizukommenden Note bereichert das bayerische Ein-Mann-Projekt Hand In Waves jene Gefilde, die sich mit Ach und Krach als dunkle Electronica samt unverhohlenem Pop-Appeal abstecken lassen. Imperativ erinnerungswürdige Melodieverläufe treffen auf entmenschlichte Stimmeffekte, gar froh und munter anmutender Schwung („Dare To Sleep“, „Frenemy“) auf Essig im Gemüt. Mit dieser jederzeit dominanten Mehrdeutigkeit ruft „Burn Down In Tears“ indes beileibe nicht nur Irritationen hervor. Sondern stellt zugleich auch das Vermögen unter Beweis, die gegebene Eigenartigkeit keinesfalls zum Selbstzweck verkommen zu lassen. Vielmehr erweckt das Album den Eindruck einer minutiösen Planung, deren kühn kalkulierte Rechnung als Belohnung für aufmerksame Zuhörer rückstandsfrei aufgeht. Wem diese verheißungsvolle Perspektive noch nicht genügt, um sich auf Hand In Waves einzulassen, der mag letztlich doch auf die Nennung von Referenzen angewiesen sein. Nun denn: Möge er sich vorstellen, TR/ST und Mind.In.A.Box hätten sich gemeinsam etwas ganz Besonderes vorgenommen. Klingt gut? „Burn Down In Tears“ klingt noch viel besser. Versprochen.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Saturday the 20th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©