CD-Rezension / Review / Kritik

Print
Grimner Vanadrottning CD Cover

Grimner „Vanadrottning“

(Despotz Records/Cargo)
Die „Vanadrottning“ Gullveig, die Königin der Vanen, welche in der nordischen Mythologie mit den Asen im Clinch liegen, war hart im Nehmen. Ihre Feinde versuchten mehrfach, sie einzuäschern. Immer wieder kehrte sie mit frischer Lebenskraft aus den Flammen zurück. Ganz so heftig hat es die schwedischen Folkmetaller zwar nicht erwischt, immerhin musste man in der Vergangenheit aber etliche Umbesetzungen verkraften, was schon manche Band das Leben gekostet hat und ein gewisses Talent zur Selbsterneuerung kann man den Nordmännern angesichts dieses dritten Langeisens auch nicht absprechen. Ohne die heiteren Flötenmelodien und den hier und da von einem Akkordeon unterstützten, folkloristischen Schwung zu vernachlässigen, verstärkt das Sextett diesmal die Gitarrenbreitseite. Schwer zu sagen, wie weit das mit Neuzugang Martin an Stimme und Saitenaxt zusammenhängt. Fakt ist: Schwere Riffs wie in „En Vilja Af Järn“ stehen der Kapelle gut zu Gesicht. Nach einem Jahrzehnt im Dienst wissen die Herrschaften, wo der Thorshammer hängt. Das Resultat des jüngsten Studioaufenthalts zeugt von dieser Erfahrung. „Vanadrottning“ mag nicht sonderlich originell klingen. Das ist im Umfeld von Odins Tafel ja aber auch gar nicht nötig, vielleicht noch nicht einmal erwünscht. Alles in allem ein sehr solides Album, das Metal-Wikingern runtergehen dürfte wie Met.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Wednesday the 26th.
2017 Sonic Seducer Magazin

©