CD-Rezension / Review / Kritik

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grimner frost mod eld


Grimner
„Frost Mot Eld“
(Despotz Records/Cargo)
Schon das vorab samt Video veröffentlichte „Eldhjärta“ ließ vermuten, dass Grimner auf ihrem zweiten Langspieler in Sachen Songwriting nochmals ordentlich nachlegen würden. Nicht, dass die übrigen Kompositionen genauso eingängig wären, sie sind aber ähnlich prägnant und überzeugend. Die Weiterentwicklung, die die Band durchlaufen hat, ist unverkennbar: Stärker denn je setzt man auf Melodien. Klargesang und Flötentöne nehmen mehr Raum im von Todesblei infiltrierten Wikinger-Metal der Schweden ein. Gleichzeitig klingen sie in Stücken wie „Vargarnas Tid“ erfreulich grantig und angriffslustig. „Mörkrets Hem“ stampft im Humppa-verdächtigen Mittelpart schon fast in den massiven Fußstapfen der Kollegen von Finntroll daher, „Midgård Brinner“ erinnert von der Melodieführung her an das unter anderem von In Extremo interpretierte „Villeman Og Magnhild“, das zwar aus dem alten Norwegen stammt, aber auch in Schweden Verbreitung fand, und für „Muspelheims Härskare“ ist der wackere Neuzeit-Nordmann sicher nicht erst bei entsprechendem Metpegel Feuer und Flamme. Hier lockern Grimner eine genretypisch schmetternde Hymne sowohl mit Trash-Riffing als auch mit einem akustischen Intermezzo auf. „Frost Mot Eld“ setzt nicht nur für die sechs Skandinavier neue Maßstäbe. Es hat auch das Zeug dazu, rückblickend unter den Viking-Großtaten des Jahres zu landen.
Christoph Kutzer


Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.


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