CD-Rezension / Review / Kritik

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Various Artists David Bowie Lazarus Original Cast Recording CD Cover

Various Artists / David Bowie „Lazarus (Original Cast Recording)“

(Columbia/Sony)
Eines der letzten Werke, an denen David Bowie vor seinem Tod arbeitete, war das Musical „Lazarus“, eine Fortsetzung von „Der Mann, der auf die Erde fiel“. Das Musical feierte seine Premiere einen Monat vor Bowies Tod und gab einen Vorgeschmack auf sein letztes Album „Blackstar“. Drei weitere neue Songs waren darin ebenfalls zu hören, die ihren Weg aber nicht auf „Blackstar“ fanden. Abgesehen davon war „Lazarus“ vor allem eine Revue von Bowie-Songs aus allen Schaffensperioden – von „Changes“ über „Heroes“, „This Is Not America“ bis „Where Are We Now?“. Natürlich nicht von Bowie interpretiert, sondern vom Musical-Cast. Und selbstverständlich in neuen Versionen, die wie im Fall von „Changes“ überraschen, aber manchmal auch sauer aufstoßen. An Bowie in Musicalform muss man sich gewöhnen, denn die Songs sind auf Broadway und Shaftesbury Avenue gebürstet. Das ist Geschmacksache und ohne die visuell-dramatische Ebene nicht immer gut zu ertragen – vor allem wenn man kein ausgewiesener Musical-Fan ist. Doch damit Skeptiker die Musical-Aufnahme, die nur einen Tag nach Bowies Tod entstand, kaufen, gibt es als Bonus den Song „Lazarus“ in der Bowie-Version sowie mit „No Plan“, „Killing A Little Time“ und „When I Met You“ die letzten drei unveröffentlichten Songs aus den „Blackstar“-Sessions. Sie erinnern schmerzhaft daran, welch großer Künstler sich aus dem Diesseits verabschiedet hat. Dieser „Lazarus“ kommt wohl nur als Musical zurück.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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