CD-Rezension / Review / Kritik

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Vlad In Tears Souls On Sale CD Cover

Vlad In Tears „Souls On Sale“

(Eternal Sound/Membran)
Spätestens wenn zum lässigen Rhythmus von „The Devil Won’t Take Me Home“ der Bass groovt, sollte es allen wie Schuppen von den Augen gefallen sein: Vorbei ist die Zeit, in der sich Vlad In Tears als rebellische Gothic Rock-Band inszenierten. Vorbei mit der Berechenbarkeit: 2017 zeigen sich die Brüder Chris und Dario Miconi mit ihrer Band so vielfältig und unberechenbar wie noch nie. Ob es die orientalisch angehauchten Gitarrensoli in „Lovin‘“ sind oder das bedrohliche, aufregende „Save Me“ ist, Beispiele dafür gibt es viele: „Souls On Sale“ hebt sich von den bisherigen Alben derart ab, dass man tatsächlich mehr von einem Sprung als von einer stetigen Entwicklung sprechen kann. Langjährigen Fans sei an dieser Stelle jedoch Sorge genommen: Mit eher treibenden Nummern mit dreckigen Gitarren und eingängigen Refrains wie „Pray“ kommen auch sie voll auf ihre Kosten. Denn auch weiterhin bleibt Kris’ eindringliche Stimme der Dreh- und Angelpunkt der Wahlberliner. So zeigen sich die Italiener stimmgewaltig etwa im Grande Finale von „Gone“. Eine Nummer, die in ihrer Theatralik und mit den tiefen Gitarren in feinster Blues-Rock-Manier an einen Bond-Song erinnert. Irgendwie reifer, doch immer noch sie selbst: Ihre Seele verkauft, das haben Vlad In Tears mit „Souls On Sale“ bei Weitem nicht.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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