CD-Rezension / Review / Kritik

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Tribulation Down Below CD Cover

Tribulation „Down Below“

(Century Media/Sony)
Mit ihrem 2015er Erfolgswerk „The Children Of The Night“ konnten die schwedischen Progressive Death Blackster erstmals breitere Popularität verbuchen, sich aus dem reinen Undergroundstatus erheben. Löbliche, stilistisch findige Eigenwilligkeit mit viel Fingerspitzengefühl fürs Ausleben der ureigenen Motive sowie eine betont verspielte Ästhetik im erhabenen Gesamtsound brachten der gefühlvollen Gesandtschaft weltweiten Zuspruch ein. So konnte, so sollte es weitergehen. Voller grandioser, einmaliger Atmosphären ist auch das neue und vierte Album der 2004 gegründeten Formation um Tieftöner und Sänger Johannes Andersson. Für die Faktoren Vollhärte, Riesenwucht und wild schnappende Oberbissigkeit sind schließlich viele andere zuständig, nicht aber Tribulation mit „Down Below“. Die neun, allesamt nachhaltig faszinierend stimmungsschwangeren Blutsaugerhymnen werden abermals rundum gekonnt auf klassisch gemaserten, würdevoll ornamentierten Gothic Dark Rock-Grabbrettern ins Gehör geschoben. Von dort aus hexen sich diese Notenprachtstücke mit solch’ lustvoller Perfidie unter die Haut, dass es wonnig betroffen macht. Verzückend virtuos ausgelebte, hungrig verschlingende Gitarrentrauer voller abgründiger Leidenschaft koaliert oft so innig mit Anderssons entrückenden Gruftbeschwörungen, dass es teils sakrale Züge annimmt, wie beispielsweise im großmeisterlichen „Lacrimosa“. Buchstäblich schauderhaft schön ist es zu erleben, wie das zutiefst schwarzsinnige Quartett es auf der Platte hinkriegt, seine tiefgründig durchdachte Okkultmusik trotz aller, nur vermeintlich extremen Elemente wie eine düster-romantische, samtige Nachtschwärmerei im nebligen Vollmond-Modus zu präsentieren. Vampire saugen Lebenssaft, Tribulation fressen Seelen. Einzigartige Band, unvergleichlicher Hörgenuss.
Markus Eck

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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