CD-Rezension / Review / Kritik

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True Moon True Moon CD Cover

True Moon „True Moon“

(Lövely Records/Broken Silence)
Ihr meint, ein Quintett muss es schon sein, um einen fetten Sound hinzukriegen? Dass es auch anders geht, beweisen Karolina Engdahl und Tommy Tift vom schwedischen Punkrock-Fünfer Vånna Inget: Die hoben kürzlich mit True Moon ihre Zweitband aus der Taufe – ein Duo. Bemerkenswert, wenn man ihr Debüt hört. Das prescht nämlich so räudig und dreckig nach vorne, dass die spärliche Besetzung nicht im Geringsten ins Gewicht fällt. Auch die Landsleute von Then Comes Silence gucken schon ganz interessiert, wie Tift wüst zersplitternde Akkorde aus seiner bis zum Anschlag verzerrten Gitarre holt und Engdahl dazu teils in den höchsten Tönen jubiliert – etwa im frenetischen Opener „Voodoo“. Danach legt „Our Own Darkness“ noch eine Schippe drauf, und schnell wird klar: Vom Punk können die beiden nicht lassen, obwohl „True Moon“ eine deutlich dunklere Richtung einschlägt als ihre Hauptband. Immer wieder blitzen auch Elemente aus härterem Shoegaze und Groove-Metal auf, die rigiden Riffs von „Guns“ stürzen ins Bodenlose, „In The Dead Of The Night“ zitiert Dead Kennedys’ „California über alles“. Und wenn „Honey“ als vergleichsweise zarte Akustikminiatur den Abschluss bildet, weiß man: Auch zwei Musiker können so viel Geräusch veranstalten, dass es locker für ein begeisterndes Album zwischen Post-Punk und Goth-Rock reicht.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2016.
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