CD-Rezension / Review / Kritik

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Alessio Santini Kenter EP CD Cover

Alessio Santini „Kenter“ (EP)

(Elli/a-Musik)
Wer bei Doom Jazz an Bohren & Der Club Of Gore oder das Dale Cooper Quartet denkt, liegt generell nicht verkehrt. Alessio Santini demonstriert auf „Kenter“ jedoch, dass Doom Jazz nicht nur auf eine bestimmte warm-samtige Jazz-Ästhetik zurückgreifen, sondern auch spezifische freie Spielweisen adaptieren und weiterdenken kann. Jazz-Puristen wird Santini dennoch vor den Kopf stoßen, denn neben Gitarre und Schlagzeug gehören digitale Manipulationstools zu seinem Instrumentarium. Das Drumkit wird mittels Granular-Synthese um unzählige mikroskopisch kleine Sounds erweitert, die Gitarre durch digitale Schichtungen um ein vielfaches schwerer gemacht. „Kenter“ legt sich wie Blei auf die Ohren und gibt mit jeder Sekunde weitere feine Maserungen und Details preis. Dass Santini ursprünglich aus dem Black- und Doom-Metal stammt, ist „Kenter“ anzumerken. Auf ein Full-Length darf man gespannt sein.
Sascha Bertoncin

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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Wednesday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

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