CD-Rezension / Review / Kritik

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Suicide Commando Forest Of The Impaled CD Cover

Suicide Commando „Forest Of The Impaled”

(Out Of Line/Rough Trade)
Im Prinzip war allen klar, dass es so auf Dauer nicht weitergehen würde. Das Gute daran: Auch Mitverursacher Johan Van Roy hat es frühzeitig gewusst. Und arbeitet jetzt – mit seinem neunten Album „Forest Of The Impaled” - aktiv daran mit, den Nimbus des über viele Jahre willfährig hochgezüchteten Harsh Electro abzutragen. Das hat der Belgier auf einzelnen Tracks schon früher getan, nun aber schlägt er endlich auch auf Albumlänge einen neuen Weg ein. Mag das mit Psyclon Nines Nero eingespielte „Gates Of Oblivion“ anfangs noch anderes vermuten lassen, wird selbst hier schon klar, dass BPM längst nicht mehr alles sind in einem Genre, das gerne und viel zu oft auf Raserei setzt. Düster, kalt und schaurig lassen es Suicide Commando etwa im deutschsprachigen „The Devil“ oder „Death Lies Waiting“ zugehen. Die Bassdrums zwar immer im Anschlag, aber eben nicht mehr notwendigerweise bis zum selbigen. Stattdessen werden Klangteppiche eingewoben, mehrere Soundspuren übereinandergelegt und damit in Tracks wie „Chasms Of Emptiness“ und „Schiz(o)topia“ eine elektronische Dichte erzeugt, wie man sie bei Suicide Commando in solcher Häufung noch nicht gehört hat. Attribut: besonders wertig!
Marc Urban

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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