CD-Rezension / Review / Kritik

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sounds of soma moebius tunnel

Sounds Of New Soma
„Moebius Tunnel“
(Tonzonen Records/Clear Spot)
Ein Album gefällig, bei dem es einem schon beim Blick aufs Cover ganz schwirr im Kopf wird? Bitte sehr: Sounds Of New Soma aus Krefeld lassen sich für ihren zweiten Longplayer nach „Beyond The Acid Dream“ nicht lumpen und haben kurzerhand den namhaften Künstler Mark Reiser engagiert, der schon Artworks für die Space Rock-Urgesteine Hawkwind entwarf. So heavy wie diese erweist sich das Duo auf „Moebius Tunnel“ jedoch bei weitem nicht – stattdessen orientieren sich Alexander Djelassi und Dirk Raupach an den kosmischen Soundscapes von Tangerine Dream oder Cluster, wenn sie sich auf den ersten beiden Stücken alle Zeit der Welt für ein waberndes Wimmelbild aus flirrenden Effekten und halluzinogenen Keyboards lassen. Erst verspätet stoßen in „Subraumverzerrung“ streng motorische Rhythmen und aus dem Echo-Häcksler quillende Vocals hinzu, und auch „Morgengebet“ lädt zum langgezogenen Krautstampfen ein. „Neuland“ sind diese im Schnitt neunminütigen Tracks zumindest für den geübten Abfahrer zwar nicht, auch wenn das letzte Stück das suggeriert – trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass man sich nach dem Hören wie ein „Lysergdelfin“ auf „Stech/Apfel“ fühlt. Bekenntnis nach einer knappen Stunde psychedelischer Grenzerfahrungen mit „Moebius Tunnel“: Ich rauche gern. Was auch immer.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2016.


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