CD-Rezension / Review / Kritik

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sadman the big cut

Sadman
„The Big Cut“
(Memento Materia)
Das schwedische Synthie-Pop Duo Sadman ist zurück - aber um es gleich zu sagen: die Genrebezeichnung könnte die Vorstellung von Sadmans Klangapparat einschränken. Das Duo wandert mit „The Big Cut“ ganz frei auf dem schmalen Grat zwischen Pop, Indie und Rock, so wie man es beispielsweise von Depeche Mode, White Lies oder IAMX gewohnt ist. Trotz aller poppigen Eingängigkeit werden Sadman aber auch ihrem Namen gerecht und verweben - mal ausgeprägter, mal verhaltener – weite, winterliche Melancholie in alle ihre Musikstücke. Das wird durch wehmütige Melodiebögen, Raumklang und dem gezielten Einsatz von Orchesterstreichinstrumenten erzeugt und resultiert in einer dichten, dämmerigen Atmosphäre. Ab und an jagen sich drängelnde Gitarren, quirlige Sounds und rockige Drums, dann wiederum gluckert es aus den Synthesizern zu minimalen Beats, die an Kraftwerk erinnern. Besonders melodramatisch schließen Sadman das Album mit „Kamikaze“ ab und bestätigen den Eindruck, dass sie mit „The Big Cut“ nicht in Richtung Clubs zielen, um auf den Tanzböden abgefeiert zu werden, sondern gegebenenfalls eher geneigt sind, beizeiten ein emotionales Stadionkonzert zu geben. Es wäre Lasse Fernström und Mattias Räftegård zu wünschen.
Sandra M. Heinzelmann

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2016.

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