CD-Rezension / Review / Kritik

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Rain Diary Black Weddings CD Cover

Rain Diary „Black Weddings“

(Secret Entertainment/G-Records)
So sie auch primär einen gefühlvoll abgesofteten Post-Punk im Schilde führen, fällt es nicht sonderlich schwer, die wahren Ziehväter der seit 2009 als Rain Diary aktiven Finnen ausfindig zu machen. Als da wären: Ultravox, Duran Duran, Tears For Fears. Zeitweise wabert das Flair aus Zeiten, wo in den Charts noch Musikgeschichte geschrieben wurde, so dermaßen wohlig zwischen den schwelgerisch schweifenden Songs hindurch, dass man glatt versucht ist, das Erscheinungsdatum von „Black Weddings“ in Zweifel zu ziehen. Was zur nostalgisch verbrämten Glückseligkeit noch fehlt, sind durchgängig erstklassige Songs. Doch auch in dieser Kategorie deuten Rain Diary klar an, dass sie prinzipiell zu wahrer Größe befähigt sind. Mit dem Titelsong, „Berlin“, „Swans“ und „Flowers“ haben sie vier Prachtexemplare am Start. Fast jedoch noch höher als die Songs an sich ist bei diesem Album seine Atmosphäre aus bittersüßer Sehnsucht und Aufbruchsstimmung zu werten. An ihr gibt es nun wirklich nichts zu deuteln. So lasset uns die guten alten Zeiten feiern, am besten gleich - auf der im April anstehenden Clubtour.
Stephan Wolf

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 04/2018.
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