CD-Rezension / Review / Kritik

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Project Pitchfork Akkretion CD Cover

Project Pitchfork „Akkretion”

(Trisol/Soulfood)
Ein gutes Jahr nach Veröffentlichung von „Look Up, I’m Down There” legen Mr. Spilles und seine Mitstreiter einen weiteren Meilenstein ihres Werdegangs vor. Lässig halten sie den hohen Standard ihrer charakteristischen Albumkunst, denn einmal mehr bieten sie einen eigenwillig dynamischen Spannungsbogen zwischen atmosphärischen Klangfeldern, erhabenen Layern, schneidenden Synth-Clustern, vielschichtiger Dichte, straight nach vorn drängenden Dancefloor-Knallern, zwischen EBM, Düsternis und Eleganz – und inhaltlicher Größe: dieses Mal gleichsam buchstäblich. Denn das Kernthema dieses Werks sind die für uns Sterblichen so oft unfassbaren Kreisläufe des Universums, die gigantischen und geheimnisvollen, in ihrer schieren Größe überwältigenden Ausmaße seines Werdens und Vergehens. Leben und Sterben von Sternen und Galaxien werden in einen Kontext von vermenschlichten Entitäten gesetzt, die Phänomene draußen im All personifiziert, die Einsamkeit inmitten der endlos langen und langsam verfließenden Jahrmillionen qualvoll umschrieben. Die bestechende textliche Umsetzung dieser mächtigen Ideenschleifen reflektiert in kongenialer Weise die jeweiligen Arrangementstimmungen, sodass Visionen und Klänge eine Einheit eingehen: sie erwecken Sehnsüchte genauso wie das bedrückende Gefühl, in Verlorenheit gebunden zu sein angesichts der Urgewalten ewiger Gesetzmäßigkeiten. Anspieltipps der Zentralthemen mögen vor allem „Good Night Death“, „The Collision“, „And The Sun Was Blue“ und „Crossfire“ sein. Musikalische Kontergewichte finden sich zum Beispiel im wehmütig stimmenden, sphärischen Titeltrack wie auch in dem harschen, industrialinen „Tree Of Life“. Wir sind gespannt auf Part II & III der hiermit gestarteten Trilogie.
Kym Gnuch

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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Thursday the 13th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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