CD-Rezension / Review / Kritik

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Racquet Club Racquet Club CD Cover

Racquet Club „Racquet Club“

(Rise Records/BMG/ADA Warner)
Blair Shehan lässt nicht locker: Der frühere Frontmann von Knapsack und The Jealous Sound hat seine nächste Band gegründet. Nachdem The Jealous Sound Anfang 2017 nämlich endgültig das Zeitliche gesegnet hatten, packte Shehan seinen Drummer Bob Penn ein und schloss sich mit Samiam-Gitarrist Sergie Loobkoff kurz – fertig waren Racquet Club. Und melodiöser, zuweilen angerauter Indie-Rock mit Hang zu sehnsuchtsvoller Hymne und kumpelhaft-hemdsärmeliger Melancholie bestimmt auch dieses Album. Wobei Racquet Club vor allem dank Shehans Stimme an dessen frühere Bands gemahnen, aber gelegentlich auch die etwas gröbere Emo-Keule schwingen, mit der auch Jimmy Eat World zu ihren Glanzzeiten gerne hantierten. In diesem Sinne knattern die Single „Head Full Of Bees“ oder die Rocker „I Can’t Make You Believe“ und „New Granada“ so knackig wie aufgekratzt los – jedoch immer mit einer Portion Nachdenklichkeit im Gepäck, die in der immer wieder abbremsenden Midtempo-Ballade „Blue Skies“ oder im reduzierten „Blood On The Moon“ besonders deutlich durchschlägt. Wer argwöhnt, bei Shehan habe sich in den letzten rund 25 Jahren musikalisch nicht allzu viel getan, hat also nicht ganz Unrecht – solange er aber immer noch ein so zeitloses Album wie dieses rauszutun vermag, muss er auch gar kein neues Fass aufmachen.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 12/2017.
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Tuesday the 19th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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