CD-Rezension / Review / Kritik

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New Order NOMC15 CD Cover

New Order „NOMC15“

(Mute/Rough Trade)
Ja is denn scho Weihnachten vorbei? Was wohl unterm Baum gelegen haben mag? New Order-Fans werden jedenfalls freudig erregt gewesen sein, so sie dort die jüngste Veröffentlichung ihrer Lieblinge vorfanden. Obwohl „NOMC15“ schon ein etwas älterer Hut ist, wenn man genauer hinsieht: Der Mitschnitt aus der Londoner Brixton Academy dokumentiert eine von zwei Shows, die sich im November 2015 dem Release des letzten Studioalbums „Music Complete“ anschlossen. Klar, dass mit „Singularity“, „Plastic“ oder „People On The High Line“ (mit La Roux’ Elly Jackson als Bühnengast) ein Schwerpunkt auf diesem liegt – in knapp zwei Stunden reisen New Order aber mit „Ceremony“ auch in die unmittelbare Post-Joy Division-Ära zurück und rekapitulieren in „Your Silent Face“ und „586“ den 1983er Klassiker „Power, Corruption & Lies“. Im letzten Drittel geht es dann Schlag auf Schlag: Fehlen dürfen weder „True Faith“ und „Temptation“ noch die unkaputtbaren Joy Division-Evergreens „Love Will Tear Us Apart“ und „Atmosphere“, und dass erst nach einem umjubelten „Blue Monday“ Schluss ist, versteht sich ohnehin von selbst. Zwei CDs, die New Orders Ausnahmestellung einmal mehr unterstreichen – als einzige Band, die angedüsterten Indie-Pop, Kraftwerk und Italo-Disco zu unwiderstehlichen Hits verkochen. Selbst die Tatsache, dass aus Bernard Sumner wohl nie ein ausgewiesener Sänger werden wird, gehört hier zum guten Ton. Fantastische Live-Werkschau!
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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