CD-Rezension / Review / Kritik

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MGMT Little Dark Age CD Cover

MGMT „Little Dark Age“

(Columbia/Sony)
Noch jemand ohne Hippie-Shake? Dann bitte zugreifen: Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser sorgen auf ihrem vierten Album erneut für beträchtliche Auswölbungen im Bewusstsein aller Hörer von halluzinogenem Indie-Electro-Pop. Auch wenn MGMT inzwischen nicht mehr die Tanzflächen mit fröhlich daddeligen Stücken wie „Time To Pretend“ oder „Kids“ vollmachen und sich auf dem Zweitling „Congratulations“ und dem selbstbetitelten Nachfolger, der außerdem Songtitel wie „I Love You Too, Death“ enthielt, zusehends psychotisch gaben. Trotzdem kommt „Little Dark Age“ ausgesprochen aufgekratzt vom Start weg. Nicht nur mit dem elektronisch hyperaktiven Titelstück und dem verspielten halbakustischen Shuffle „When You Die“ – bereits der Opener „She Works Out Too Much“ platzt vor windschief eiernden Keyboards und Säusel-Vocals aus der Galaxie nebenan. Erst ab dem hymnisch schmatzenden „Me & Michael“ tut sich „Little Dark Age“ etwas mehr die Ruhe an und gibt den formschön schillernden Psych-Installationen des Duos Raum für Zwischentöne. Wem „Oczy Mlody“ von The Flaming Lips letztes Jahr noch nicht elektronisch genug war, kann sich hier also mit entrücktem Grinsen auf dem Gesicht ruhig niederlassen, während der selig entschwebende Abschluss „Hand It Over“ endgültig sämtliche Klarheiten beseitigt. Bunte Pillen, bitte – falls die nach diesem Album überhaupt noch nötig sind.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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