CD-Rezension / Review / Kritik

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Mogwai Every Countrys Sun CD Cover

Mogwai „Every Country’s Sun“

(Rock Action/PIAS/Rough Trade)
Vier Platten in vier Jahren – reife Leistung. Nach „Rave Tapes“ hielten Mogwai ihre Fans nämlich mit der Best Of „Central Belters“ und dem Soundtrack „Atomic“ bei Laune, bis sich die zum Quartett geschrumpfte Band an ihr neuntes Studioalbum machte. Und das eröffnen die Schotten bestmöglich: „Coolverine“ baut einen bedächtig marschierenden Zeitlupen-Rocker um ein pointiertes Riff herum, sodass der Opener zu einem eindrucksvollen instrumentalen Ohrwurm wird. Ein ebensolcher und außerdem ein todsicherer Hit ist das gereizt zwischen Indie-Rock und Kraut schlingernde „Party In The Dark“, eines der seltenen Mogwai-Stücke mit Gesang. Weist der Mittelteil von „Every Country’s Sun“ dann zusehends Ambient-Züge auf, fragt sich der Hörer kurz, ob der Weggang von Gitarrist John Cummings nicht vielleicht doch eine größere Lücke hinterlassen hat. Doch weit gefehlt: Mogwai verstehen lediglich etwas von Spannungsbögen, holen weit aus und fahren kurz vor Schluss mit „Battered At A Scramble“ und „Old Poisons“ noch mal allen Krach vor die Wand, dessen sie habhaft werden können – waghalsige Soli und brachiales Feedback-Rauschen inklusive. Der Herbst muss sich anstrengen, wenn dieses Jahr noch ein größeres Post-Rock-Ereignis kommen soll.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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