CD-Rezension / Review / Kritik

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Manchester Orchestra A Black Mile To The Surface CD Cover

Manchester Orchestra „A Black Mile To The Surface“

(Concord/Loma Vista/Caroline)
Dass das Manchester Orchestra aus Atlanta stammt, klingt verschrobener als die Musik, die man auf „A Black Mile To The Surface“ zu hören bekommt. Das mag mit daran liegen, dass Sänger Andy Hull vor der bekanntermaßen kniffligen Aufgabe stand, sich saumäßig wohl zu fühlen und trotzdem ausdrucksstarke Songs schreiben zu müssen. Trotz einiger arg seicht geratener Nummern wie „The Gold“ ist das glücklicherweise halbwegs gut gegangen. „Lead SD“ etwa hebt mit Pixies-Gedenk-Harmonien an und ist eine wundervoll ins Epische zielende Indie-Hymne. Während „The Sunshine“ oder „The Grocery“ eher als Begleitmusik für ein Frühstück in der Morgensonne taugen, erreicht „The Wolf“ wieder mehr Tiefe und höhere Ausschläge auf der Gänsehautskala. Eine gewisse Vorliebe für Pop und Schmusewolle sollte man allerdings unbedingt mitbringen, wenn man diese keineswegs schwarze, höchstens hier und da schattige Meile mitreisen will. Mehr intime Momente à la „The Silence“ oder wirklich elegant lichtdurchflutete Kompositionen im Stile von „The Alien“, das bis zur Klimax ein bisschen wie die Alternative-Variante von Simon & Garfunkel klingt, und diese Scheibe wäre ein schönes Spätsommeralbum geworden. So gilt es ein wenig Spreu vom Weizen zu trennen. Für die gelungenen Passagen von „A Black Mile To The Surface“ ist das ein lohnender Aufwand.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2017.
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Wednesday the 20th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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