CD-Rezension / Review / Kritik

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Mountaineer Sirens Slumber CD Cover

Mountaineer „Sirens & Slumber“

(Lifeforce/Soulfood)
Wow! Es gibt sie noch - jene Bands, respektive Alben, die einem vom Fleck weg in den Bann ziehen, den Atem rauben und vollkommen zu fesseln vermögen. Das aus der Bay Area stammende, vor zwei Jahren gegründete Quintett Mountaineer ist eine dieser Ausnahmeerscheinungen. Das Eindrucksvolle ist, dass den Naturburschen gleichfalls ein wahrlich innovatives Epos gelingt, das seinesgleichen sucht: Das neun Tracks umfassende Debüt „Sirens & Slumber“ lebt von seiner grenzenlosen, allumfassenden Emotionalität, der berührenden Melancholie und dem stetig rotierenden Wechselspiel aus Trauer und Hoffnung, Wut und Hingabe, Licht und Schatten. Musikalisch wandelt der Silberling zwischen Dark Rock und klassisch-morbidem Doom, gemäßigtem Sludge, düster-nebulösem Post Rock und gar einer Prise rotzigem Grunge. Überraschend dazu fügt sich der fast schon poppig anmutende, sehr klare Gesang von Miguel Meza in das vielschichtige Soundkonstrukt, das den träumerischen Klangkaskaden eine dynamische, unerwartete Note verpasst. Die Lieder sind meist schleppend und versprühen eine gewisse Ruhe - fast so, als ließe man weise die Kraft der Natur auf sich wirken, um allmählich eins mit ihr zu werden. Sämtliche Vergleiche sind im Grunde hinfällig, doch wer sich eine Symbiose aus Beastmilk, Katatonia, End Of Green, The Rasmus und My Dying Bride vorstellt, kommt dem facettenreichen Klang der Mountaineer einigermaßen nahe. Ein wahrlich fantastisches, verdammt in die Tiefe gehendes Debüt, das noch lange nachhallt.
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2017.
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2017 Sonic Seducer Magazin

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