CD-Rezension / Review / Kritik

Drucken

metal ghost 1

Metal Ghost
„1“
(QQ5/JSM/Rough Trade)
Schwere Zeiten für Freunde des ewigen Indie Rock-Geheimtipps 18th Dye: Bereits 2010 erklärte das deutsch-dänische Trio, es sehe sich aufgrund persönlicher Differenzen außerstande, weiter zusammenzuarbeiten. Unlängst trafen sich Bassistin Heike Marie Rädeker und Drummer Piet Breinholm Bendtsen jedoch wieder – und stellten erstaunt fest, dass sie immer noch gemeinsam Songs schreiben und aufnehmen können. Zehn davon finden sich nun auf „1“, und Metal Ghost haben zwar nichts mit Metal, aber dafür eine Menge mit reduziert-sehnigem Noise-Rock zu tun. Viel brauchen die Berlinerin und der Kopenhagener dafür nicht: Dem Duo reicht eine halbe Stunde mit minimalstem Instrumentarium aus Bass, Schlagzeug und ein paar Samples, um kurz, aber heftig für Aufruhr im Gehörgang zu sorgen. Das klingt mit Rädekers schnarrendem Gesang zuweilen wie The Kills während eines unguten Waffenstillstands oder Blood Red Shoes, bevor sie ihr Studio abfackeln, wobei die wenigen intim-akustischen Momente einen reizvollen Kontrapunkt bilden. Hätten Death From Above 1979 gewusst, dass es noch eine Band neben ihnen gibt, die ganz ohne Gitarren so disziplinierten Lärm macht – sie hätten sich wohl gar nicht erst wiedervereinigt. Falls sie es doch mitkriegen sollten: Metal Ghost stehen als Ersatz bereit. Hoffentlich für länger.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 11/2013.

Powered by Spearhead Software Labs Joomla Facebook Like Button
Monday the 22nd.
2017 Sonic Seducer Magazin

©