CD-Rezension / Review / Kritik

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magnus where neon goes to die

Magnus
„Where Neon Goes To Die“
(Wolf Tone/Caroline/Universal)
Die Älteren werden sich erinnern: Das Magnus-Debüt „The Body Gave You Everything“ datiert von 2004. Dazu muss man jedoch wissen, dass es sich bei dem Duo um eine Art Supergroup handelt und die Protagonisten darum zumeist anderes zu tun haben: Tom Barman ist Frontmann von Belgiens renommiertester Alternative-Band dEUS, und Landsmann C. J. Bolland hat als namhafter Produzent im Bereich Techno und Big Beats mit „Sugar Is Sweeter“ oder „It Ain’t Gonna Be Me“ bereits mehrere Hits auf dem Kerbholz. Kaum verwunderlich also, dass aus dieser Zusammenarbeit zehn schwer elektronisch atmende Stücke mit ausgesprochenem Songcharakter resultieren. Da gibt es knatternden Techno-Phonk „Future Postponed“ oder den grantigen Electro-HipHop von „Catlike“, und am Mikro stehen namhafte Kollegen aus dem Gitarrenrock-Bereich. Direkt zu Anfang führt sich etwa Tim Vanhamel von Millionaire auf „Puppy“ hervorragend ein, gegen Ende macht Wovenhand-Oberprediger David Eugene Edwards beim angejazzten Schleicher „Getting Ready“ auch auf zurückhaltende Art Eindruck, und im Refrain der Single „Singing Man“ kommt Editors-Sänger Tom Smith ins Spiel – und sofort wirkt der spannungsgeladene Track wie „Papillon“ mit Motorschaden. Schade also, dass es diese hybride belgische Spezialität nur alle zehn Jahre gibt. Doch vielleicht stehen ja bald die nächsten Gäste vor der Tür – dann können Magnus gar nicht anders, als sie hereinzubitten.
Thomas Pilgrim

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 09/2014.

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