CD-Rezension / Review / Kritik

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Ghost Ceremony And Devotion CD Cover

Ghost „Ceremony And Devotion“

(Loma Vista/Spinefarm/Universal)
Hier ist es nun also, das Dokument, das belegt, zu welcher Livemacht sich Ghost binnen zehn Jahren Bandgeschichte entwickelt haben. Das sollte sich inzwischen ja ebenso herumgesprochen haben wie die Tatsache, dass die Schweden über ein ganzes Tabernakel voller großer Hits verfügen. Spannend ist also vor allem die Frage, ob die Messe von Papa Emeritus 0 und den Ghouls an seiner Seite auch ohne großes Bühnenspektakel funktioniert. Verdammt noch eins: Ja! Es klappt tadellos. Das ist auch dem Mix von Produzent Tom Dalgety zu verdanken, der schon die „Popestar“-EP klanglich betreute. Er hat zwar die Instrumente sauber herausgearbeitet, gleichzeitig aber auch viel vom Raumklang der Konzertaufzeichnung mit einfließen lassen, so dass „Ceremony And Devotion“ nicht nach Studioalbum mit eingeblendetem Applaus klingt, sondern einen mitten ins Geschehen versetzt. So wird bei Nummern wie „Mummy Dust“ auch der zusätzliche Biss der Livedarbietung eingefangen. Hier gerät der Metal-Gegenpapst fast ins Growlen und der Rauch, der aufsteigt, ist nicht weiß, sondern pechschwarz. Die Verstärker qualmen. Andere Facetten des kompositorischen Spektrums vertreten die Hymne „He Is“ oder der Eröffnungskracher „Square Hammer“. Alle Schaffensperioden sind vertreten. Mehr kann man selbst bei einer Kultband wie Ghost nicht von einem Konzertmitschnitt erwarten. Diese Zeremonie ist ein Fest für Fans und eine ideale Einstiegsdroge für Neu-Papisten. Amen. Die physische Version umfasst übrigens zwei Titel mehr als das Digitalformat. Auch das ist begrüßenswert.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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