CD-Rezension / Review / Kritik

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Federico Albanese By The Deep Sea CD Cover

Federico Albanese „By The Deep Sea“

(Neue Meister/Edel)
Einfach nur schön. Mit diesem Satz ist eigentlich schon alles gesagt über das neue Album von Federico Albanese. Es gibt derzeit neben Carlos Cipa wohl kaum einen Komponisten von neoklassischer Klaviermusik, der so intensive Atmosphären schafft, dass es der Musik gelingt, die Außenwelt komplett auszublenden. Dieses Kunststück ist dem Wahl-Berliner Albanese 2016 mit „The Blue Hour“ meisterhaft geglückt und sein drittes Album „By The Deep Sea“ steht dem beeindruckenden Werk in nichts nach. In zwölf eleganten Stücken aus sanften Klavierakkorden, zarten Streichern und verwunschener Elektronik schafft er eine einnehmende Blase, die sich um die Hörer legt. Hypnotisch pulsiert das Piano in „Your Lunar Way“, während die Streicher das Stück in Richtung Weltall tragen. „Slow Within“ transportiert eine ähnliche Abendstimmung wie Beethovens „Mondscheinsonate“, während das bedächtige „Untold“ das Klavier gegen einen Fender Rhodes eintauscht. Stellenweise spürt man, dass die Stücke auf Improvisationen basieren, die der Mailänder Pianist nachträglich mit träumerischen Arrangements ausgeschmückt hat. Doch gerade das Fragmentarische und das meditativ-repetitive Klavierspiel machen den Reiz des Albums aus. Um diesen Kern wächst ein organisches Geflecht aus Synthtexturen und streichergetragenen Melodieansätzen, die dafür sorgen, dass „By The Deep Sea“ vor allem eines ist: einfach nur schön.
Torsten Schäfer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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Tuesday the 17th.
2017 Sonic Seducer Magazin

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