CD-Rezension / Review / Kritik

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Eleine Until The End CD Cover

Eleine „Until The End“

(Black Lodge/Rough Trade)
Die Bläser blähen die Backen, die Streicher wühlen, als gelte es, einen Blockbustervorspann zu gestalten. Dann kracht das erste Riff aus den Boxen. Kein Zweifel: Hier gibt es Symphonic Metal auf die Ohren. Eleine nehmen beide Bestandteile der Genrebezeichnung gleichermaßen wichtig und finden auf ihrem zweiten Langspieler eine gelungene Balance zwischen Orchesterpomp und zupackenden Gitarren. Neben den tiefergelegten Saiten von Rikard Ekberg tragen auch dessen Grunzwursteinlagen dazu bei, dass Songs wie „Sanity“ ordentlich Druck erzeugen. Sängerin Madeleine Liljestam gibt sich stimmlich erfreulich wenig elfenhaft und setzt eher auf kraftvollen Alt als auf Höhenrausch. Noch ein Pluspunkt gefällig? Selbst wo sie sehr ausladend klingen und in die Nähe von Klischeekitsch geraten („From The Grave“), wissen die Schweden zwischendurch mit ein paar Breaks, etwas Ritardando oder zusätzlichem Double-Bass-Einsatz genügend kleine Akzente zu setzen, um sich von jenen Kollegen abzuheben, denen der Blick für solche Arrangementdetails fehlt. Zwischendurch wird das Klangspektakel zudem immer wieder ausgedünnt. In „Until The End“ soweit, bis der Gesang der Frontdame fast alleine übrigbleibt – ehe der Chor wieder losschmettert und die nächste Filmscorepassage abrollt. Die Dynamik, die damit einhergeht, hält das Material spannend. Eine sehr solide Ballade haben Eleine auch noch im Gepäck. Fazit: Kein Grund für Mäkeleien. Dieses Album ist gut und sollte der Band etliche Türen öffnen.
Christoph Kutzer

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 03/2018.
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