CD-Rezension / Review / Kritik

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Feuerdorn Rabenschwingen CD Cover

Feuerdorn „Rabenschwingen“

(Eigenproduktion)
Es ist ein sensibler Spagat zwischen Livetauglichkeit und Tonträgerkompatibilität, den es als Mittelalterband zu überwinden gilt. Denn die Show auf dem Markt kann noch so mitreißend und begeisternd sein, oft bleibt vom Charisma auf CD nicht mehr viel übrig. Dieses Schicksal ereilt auch Feuerdorn mit ihrem Album „Rabenschwingen“. Denn von den kraftvollen Dudelsäcken bleibt nicht mehr viel übrig, die instrumentalen Stücke klingen ernüchternd eindimensional und irritieren mit unberechenbaren Melodiewechseln oder plötzlichen Soli. Technisch sauber gespielt, fehlt es der Band jedoch an hörbarem Elan, die Songs plätschern dahin und verpuffen nach dem Ausklang wieder und hinterlassen einen schalen Beigeschmack. Lieblich und beinahe brav zwitschern Elly und Tarya zwischen den Instrumentalstücken ihre Gesangseinsätze, schaffen es jedoch, aus dem Trott der üblichen Spielmannsmusik nicht heraus und bewegen sich zusammen mit den anderen Mitgliedern von Feuerdorn innerhalb der Komfortzone der tanzbaren Marktmusik ohne frische neue Impulse. Genau diesen Blick über den Tellerrand wünscht man Feuerdorn jedoch. Denn das Potential, das haben die sechs Musiker.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 02/2018.
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